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Deutschland / Welt BMW und Daimler fusionieren ihre Mobilitätsdienste
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt BMW und Daimler fusionieren ihre Mobilitätsdienste
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21:31 28.03.2018
Fahrdienste werden fusioniert. Quelle: imago/Waldmüller
München

 Daimler und BMW legen ihre Carsharing-Angebote und weitere Mobilitätsdienste zusammen, um sich die Kosten zu teilen und schneller zu wachsen. Das teilten die beiden Konzerne am Mittwoch mit. Das neue gemeinsame Tochterunternehmen soll ein schlagkräftiger Wettbewerber zu neuen Konkurrenten  aus China und den USA wie den Fahrdiensten Uber, Lyft oder Didi Chuxing werden. Beim Autobau bleiben Daimler und BMW weiterhin Wettbewerber.

„Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch. BMW-Chef Harald Krüger betonte: „Mit der geplanten Zusammenlegung unserer Mobilitätsdienste setzen wir ein Zeichen in Richtung neue Wettbewerber.“ Mit Blick auf die Fusion hatten BMW und Daimler ihre bisherigen Carsharing-Partner Sixt und Europcar kürzlich erst herausgekauft.

Firmen sparen Kosten

Die Carsharing-Anbieter Car2go und DriveNow, die Taxi- und Mobilitäts-Apps Mytaxi und Moovel von Daimler und die Park- und Elektroauto-Ladedienste von BMW sollen künftig auf einer gemeinsamen Plattform arbeiten. Daimler und BMW halten je 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen. Ziel sei, das Geschäft weltweit schnell auszurollen und damit „einer der führenden Anbieter von innovativen Mobilitätsdienstleistungen zu werden“. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus.  

„Der Zusammenschluss macht Sinn. Sie beflügeln sich gegenseitig“, sagte der Analyst Marc-René Tonn vom Bankhaus M.M. Warburg. Die Kunden bekämen ein größeres Angebot, damit stiegen Nutzung und Umsatz. Flottenmanagement und Verwaltung werden schlanker: „Die Firmen sparen Kosten und erreichen schneller die Gewinnschwelle. Je mehr man die Kräfte bündelt, desto besser.“

Städte machen Druck

Dank der Nachfrage in China verkünden die deutschen Autobauer fast jeden Monat neue Verkaufsrekorde. Aber in den Metropolen ändert sich der Trend. „In Paris, London, New York besitzt weniger als die Hälfte der Haushalte ein eigenes Auto“, sagte Matthias Bentenrieder von der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Die Urbanisierung nehme weltweit zu, der Bedarf an Mobilitätsdiensten steige.

Zugleich machen die Städte Druck – sie wollen weniger Dreck, weniger Autos, mehr Platz. „Sie können das Parken verteuern, Maut erheben wie London oder Zonen einrichten, wo private Pkw nicht mehr fahren dürfen“, sagte Klaus Stricker von der Unternehmensberatung Bain. Viele Menschen wollten einfach von einem Punkt zum anderen fahren, bequem und nahtlos auch zwischen Bahn und Auto wechseln, ohne lange Wartezeiten. 

Experten erwarten, dass autonome Fahrzeuge den Mobilitätsdiensten weiteren Schub verleihen. „In zehn Jahren werden sich Robotaxi-Flotten in Ballungsgebieten etablieren, vor allem in Asien, aber auch in Nordamerika und Europa“, sagte Felix Kuhnert von der Unternehmensberatung PwC. Mit dem Robotaxi ließen sich branchenübliche Renditen erwirtschaften – das sei ein ganz wichtiger Teil der Zukunftsstrategie aller Autohersteller.

Von Roland Losch

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