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Deutschland / Welt Grube macht Mainzer Bahnchaos zur Chefsache
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Grube macht Mainzer Bahnchaos zur Chefsache
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18:46 14.08.2013
Frühestens Ende August sollen die Züge in Mainz wieder normal verkehren. Quelle: dpa

Nach der Abkopplung des Mainzer Hauptbahnhofs wegen Personalmangel hat sich Bahn -Chef Rüdiger Grube selbst eingeschaltet. Er besuchte am Mittwoch das Stellwerk, das wegen Krankheitsfällen und Urlaub seit über einer Woche nur einen Teil der Züge leiten kann. Er hatte bereits Mitarbeiter angerufen. Dabei habe er sie im Interesse der Kunden und des Unternehmens gebeten, sich zu überlegen, ob sie nicht ihren Urlaub verschieben könnten, sagte ein Bahn-Sprecher. "Ausdrücklich sollten sie eine Nacht darüber schlafen."

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG reagierte empört. "Dass Mitarbeiter, die dringend Urlaub brauchen, vom obersten Konzernlenker persönlich angerufen werden, halte ich für ein Ding der Unmöglichkeit", sagte EVG-Chef Alexander Kirchner.Die Bahn hatte eingeräumt, es gebe Nachwuchsmangel und Personalengpässe nicht nur in Mainz, sondern bundesweit. Dies löste Kritik bei Fahrgastverbänden und in der Politik aus. Selbst das Bundeskabinett befasste sich am Mittwoch damit: Die Bahn müsse handeln, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Es müssen Personalengpässe behoben werden, und es muss dafür gesorgt werden, dass es genügend ausgebildete Fachkräfte gibt, damit solche Situationen nicht noch einmal auftauchen."

Am Abend hatte die EVG Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber geladen, um mit den Arbeitnehmervertretern die Lage zu erörtern. Die Gewerkschaft kritisiert, die Bahn habe über Jahre nichts gegen Personalmangel und Überalterung getan.

In Mainz musste wegen des Personalmangels im Stellwerk der Zugbetrieb erheblich eingeschränkt werden. Trotz geplanter Verbesserungen in den kommenden Tagen hat die Bahn einen Normalbetrieb erst für Ende August in Aussicht gestellt.

Grube selbst hatte seinen Urlaub abgebrochen und wollte am Mittwoch mit Managern und Arbeitnehmervertretern über eine Lösung sprechen.Die Gewerkschaft lud das Management zudem nach Frankfurt zu einem Treffen ein, um über Personalengpässe und Überalterung der Belegschaft im ganzen Konzern zu sprechen. In dem Staatsunternehmen liegt das Durchschnittsalter bei 46, bei den Fahrdienstleitern sogar bei 55 Jahren.

Die Lage in Mainz ist auch Thema im Bundestagswahlkampf geworden. Die Opposition machte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer für die Lage mitverantwortlich. Dieser wiederum kritisierte den SPD-Spitzenkandidaten und früheren Finanzminister Peer Steinbrück. Dieser habe mit dem 2008 geplanten Börsengang mit dafür gesorgt, dass der Konzern Stellen abgebaut habe und ausgeblutet sei. In ihren Wahlprogrammen wenden sich bis auf die FDP alle Parteien mittlerweile gegen einen neuen Anlauf zum Börsengang. Auch die FDP lehnt zudem seit langem eine Privatisierung der Netzsparte ab, zu der auch die Stellwerke gehören.

rtr

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