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Deutschland / Welt Bausparen liegt wieder im Trend
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bausparen liegt wieder im Trend
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13:23 22.01.2011
Von Albrecht Scheuermann
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Wie ihr Chef Rüdiger Kamp mitteilte, schloss sie im zurückliegenden Jahr fast 174.000 Bausparverträge mit einem Volumen von 3,72 Milliarden Euro ab. Dies entspreche einem Zuwachs in der Stückzahl um 8,7 Prozent, in der Summe um 7,6 Prozent.

Mit dem kräftigen Plus beim Absatz von Bausparverträgen steht die LBS Nord nicht allein. Vor wenigen Tagen hatte die größte deutsche Bausparkasse, Schwäbisch Hall, eine Zunahme des Neugeschäfts um etwa 14 Prozent gemeldet. Bei der Bausparkasse Wüstenrot sprang das Geschäft sogar um ein Drittel nach oben.

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„Bausparen ist wieder gefragt“, erklärte Kamp, der für das laufende Jahr weiteren Zuwachs erwartet. Als einen wichtigen Grund für die größere Beliebtheit dieser früher manchmal schon totgesagten Variante der Baufinanzierung nannte er den verstärkten Wunsch der Menschen nach Sicherheit. „Die Menschen wenden sich wieder stärker den Sachwerten zu“, erklärte Kamp. Dazu zählten auch Immobilien.

Ablesbar sei dies an den Bauzahlen: Nach langem Niedergang belebe sich der Wohnungsbau in Deutschland spürbar. So hätten die Baugenehmigungen in Niedersachsen im vergangenen Jahr um 11 Prozent zugenommen, sagte Kamp. Bauen sei heute in Deutschland gemessen an den durchschnittlichen Einkommen so günstig wie selten zuvor, hieß es.

Auch die vor wenigen Jahren eingeführte staatliche Förderung des Bausparens im Rahmen der Altersvorsorge („Wohn-Riester“) bringe das Geschäft voran. Bei der LBS Nord entfielen den Angaben zufolge vergangenes Jahr 11 Prozent der Neuverträge auf diese Variante.

Ein Schönheitsfehler in der Jahresbilanz 2010 ist der deutliche Gewinnrückgang. Nach Steuern waren es noch 14,5 Millionen – ein Minus von fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kamp nannte als Gründe unter anderem Wertberichtigungen wegen der Niedrigzinsen und Aufwendungen durch ein neues Gesetz. Auch die Provisionsaufwendungen sind gestiegen – was jedoch als eine Folge des besseren Geschäfts keinesfalls negativ zu werten sei.

Den kräftigen Rückgang der Kreditvergabe um 18,2 Prozent (Bauspardarlehen) beziehungsweise 12,3 Prozent (sonstige Baufinanzierungen) mochte Kamp ebenfalls nicht beklagen. Das Geschäft sei sogar deutlich stärker gewesen als geplant. Das Minus sei allein darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2009 als Folge der Finanzmarktkrise etliche Wettbewerber ihr Geschäft zurückfahren mussten und die Bausparkassen in die Bresche sprangen. Inzwischen hätten sich die Marktverhältnisse aber wieder normalisiert. Jetzt spüre die LBS Nord sogar die „aggressive Konkurrenz von Instituten unter dem staatlichen Rettungsschirm“.

Insgesamt flossen der LBS Nord 1,67 Milliarden Euro (plus 3,8 Prozent) zu, davon waren rund die Hälfte Bauspargelder. Der Geldausgang belief sich auf 1,34 Prozent (minus 6,7 Prozent)