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Deutschland / Welt Bei Opel drohen Proteste, oder auch nicht
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17:10 10.03.2009
Opel-Werk in Bochum Quelle: Oliver Stratmann/ddp
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Man brauche „Ruhe für schwierige Verhandlungen“, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung von IG Metall und Konzernbetriebsrat. Dabei hatte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel unmittelbar zuvor noch mit Demonstrationen und wilden Streiks gedroht, falls die Bundesregierung nicht bald über das mögliche Rettungspaket für Opel entscheidet.

„Andernfalls werden wir kreative Lösungen finden, die Arbeitsplätze zu retten“, hatte Einenkel in der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ (beide Dienstagausgaben) gefordert. Als Beispiele wurden Resolutionen, Demonstrationen und wilde Streiks an allen deutschen Opel-Standorten genannt - Ruhe ist etwas anderes. Einenkel sei „völlig falsch“ zitiert worden, war dann jedoch am Dienstag von der IG Metall zu erfahren. Die Autorin beider Artikel bestritt dies allerdings auf Nachfrage.

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In der „Westdeuschen Allgemeinen Zeitung“ sagte Einenkel dann wiederum, die Darstellung, die Opel-Belegschaft plane Proteste, um den Druck auf die Bundesregierung im Sinne einer Rettung zu erhöhen, sei „dummes Zeug“. Die Aussagen hätten sich lediglich auf den Fall bezogen, dass das Bochumer Werk geschlossen würde.

Die Arbeitnehmervertreter sind offenbar bemüht, wochenlange Diskussionen über Werksschließungen, Jobabbau und Insolvenz zu verhindern, wie sie am vergangenen Wochenende die Medien beherrscht haben. Schließlich ist seit Montag klar, dass es bis zu einer endgültigen Entscheidung durch die Bundesregierung noch einige Wochen dauern kann. „Es gibt Einvernehmen unter den Beteiligten, sich auch weiterhin nicht an den Spekulationen über Opel in den Medien zu beteiligen, um sich in Ruhe auf die wichtigen Verhandlungen konzentrieren zu können“, hieß es in der Mitteilung der Arbeitnehmervertreter.

Von diesem Einvernehmen war in den vergangenen Tagen allerdings wenig zu spüren. Neben Einenkel äußerte sich auch Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz wiederholt in den Medien. Der Eisenacher Opel-Betriebsratschef Harald Lieske heizte Spekulationen über einen zweistelligen Lohnverzicht unter den mehr als 25 000 deutschen Opelanern an.

Den Zeitungsberichten zufolge beraten die Gewerkschafter bereits über gemeinsame Proteste der Arbeitnehmer im Ruhrgebiet, zusammen mit den Beschäftigten des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Allein am ThyssenKrupp-Standort Duisburg-Hamborn sind 14 000 Menschen beschäftigt, bei Opel Bochum rund 5000. 2004 hatten die Opelaner mit einem „wilden Streik“ einen Zukunftsvertrag für das Werk Bochum erkämpft. 1987/1988 hatten Stahlarbeiter in Duisburg-Rheinhausen über Monate mit massiven Protesten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze gekämpft.

ddp