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Deutschland / Welt Bei Tuifly droht der Abbau von 150 Stellen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bei Tuifly droht der Abbau von 150 Stellen
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02:15 21.10.2017
Von Jens Heitmann
Tuifly-Flieger in Langenhagen. Quelle: dpa
Hannover

Nach der Übernahme großer Teile von Air Berlin durch die Lufthansa wird der Ferienflieger Tuifly seine Flotte verkleinern. Statt bisher 39 Maschinen werde die Flotte künftig nur noch aus 32 Maschinen bestehen, erklärte ein Sprecher des Mutterkonzern Tui am Mittwoch. Damit droht nach HAZ-Informationen der Abbau von 150 Stellen. In den Verhandlungen mit den Tarifparteien sei es bisher nicht gelungen, die Wettbewerbsfähigkeit der Airline zu erhöhen, hieß es in Unternehmenskreisen.

Eurowings mietet 7 Maschinen

Tuifly hatte bisher 14 Maschinen mitsamt der Crew an die Air-Berlin-Tochter Niki vermietet. Nach der Übernahme von Niki durch die Lufthansa geht die Hälfte dieser Flugzeuge an deren Billig-Ableger Eurowings. Die übrigen sieben Maschinen wollte Tuifly wieder komplett in die eigene Flotte integrieren und auf eigenes Risiko betreiben. Voraussetzung dafür seien jedoch Einsparungen von mindestens 30 Millionen Euro, verlautete aus dem Konzern - zwei Drittel beim Personal.

Den größten Teil davon sollten die Flugzeugführer erbringen, da in den vergangenen Sparrunden bei Tuifly vor allem die 1100 Flugbegleiter und die 800 Mitarbeiter am Boden Opfer auf sich genommen hätten, wie es hieß. Die Gespräche mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit werden von Seiten des Managements als „atmosphärisch gut und durchaus konstruktiv“ beschrieben. Dem Vernehmen nach haben die Piloten angeboten, auf den noch ausstehenden Teil der letzten Tariferhöhung zu verzichten - das soll einen zweistelligen Millionenbetrag ausmachen.

Tuifly-Maschine kostet 3000 Euro pro Stunde

Den Unterhändlern des Konzerns reichten solche einmaligen Effekte jedoch nicht, hieß es. Tuifly müsse auch Fortschritte bei der Produktivität machen, sagte ein Beteiligter. Dabei gehe vor allem um mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Die Piloten hätten in diesem Bereich noch nicht das nötige Problembewusstsein erkennen lassen. Die Vereinigung Cockpit war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dem Vernehmen nach kostet die Einsatzstunde einer Tuifly-Maschine derzeit 3000 Euro. Damit sei man deutlich teurer als Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet. Bisher fiel das nicht so ins Gewicht, weil der Leasing-Vertrag mit Air Berlin sehr lukrativ gewesen sein soll - ursprünglich sollen für die 14 Maschinen 100 Millionen Euro im Jahr nach Hannover geflossen sein.

Bei Tuifly drängt die Zeit

Die Lufthansa-Tochter Eurowings zahlt nach eigenen Angaben nur noch marktübliche Preise: „Die ungünstigen Charterraten werden wir in der bisherigen Höhe nicht übernehmen“, sagte Airline-Chef Thorsten Dierks dem „Handelsblatt“. Bei Tuifly ist von einem „substanziellen Abschlag“ die Rede - die Zahlungen von Eurowings seien nicht kostendeckend.

Um so wichtiger sei es, bei den Verhandlungen mit den Piloten noch zu einem Ergebnis zu kommen, hieß es beim Konzern: Man habe dafür aber nicht mehr viel Zeit. Im Erfolgsfall könne auch der ursprünglich geplante Erhalt der Flottengröße von bisher 39 Maschinen wieder zu einem Thema werden. „Wir sind zuversichtlich, ins Gespräch zu kommen“, sagte der Tui-Sprecher.

Ritter Sport klagte und setzte sich vor dem Bundesgerichthof (BGH) durch: Form und Design seiner Schokoladen-Tafeln sind durch das Markenrecht geschützt. Der BGH widerspricht damit einem Urteil des Bundespatentgerichts. Auch Dextro Energy kann sich über diese Entscheidung freuen.

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