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Deutschland / Welt Belgien-Chef der Bank UBS verhaftet
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16:32 19.06.2014
Foto: Der Belgien-Chef der Schweizer Bank UBS wurde verhaftet.
Der Belgien-Chef der Schweizer Bank UBS wurde verhaftet. Quelle: LAURIE DIEFFEMBACQ
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Brüssel

Über Jahre hinweg soll Marcel Brühwiler, Chef des belgischen Zweis der Schweizer Großbank UBS, begüterten Belgiern zur Eröffnung von Konten in der Schweiz geraten haben, um Geld am belgischen Fiskus vorbeizuschmuggeln. Dies wirft ihm die Brüsseler Staatsanwaltschaft vor. Sie nahm den Bankier am Donnerstag fest. Laut Angaben von Staatsanwaltschaftsmitarbeiterin Ine Van Wymersch wurde Brühwiler zunächst in eine Zelle gebracht und später dem Haftrichter vorgeführt.

Die belgischen Ermittler sollen durch ehemalige Mitarbeiter der Bank von den mutmaßlichen Machenschaften erfahren haben, wie Van Wymersch ausführte. Am Donnerstag habe es deshalb mehrere Razzien gegeben, unter anderem in Bruehwilers Wohnung und der Wohnung eines bestimmten Kunden. Auch die Niederlassung der Bank in Belgien sei durchsucht worden. Dem öffentlichen belgischen Fernsehsender RTBF zufolge soll es in dem Fall um "mehrere Milliarden Euro" gehen.

Ein Sprecher der UBS-Bank erklärte hingegen, Bruehwihler sei lediglich befragt worden. In einer schriftlichen Stellungnahme betonte der Sprecher, dass die Bank „in absoluter Achtung" des Gesetzes operiere. UBS toleriere keine Handlungen, die darauf hinausliefen, dass Kunden ihren steuerlichen Pflichten nicht nachkämen. UBS bietet in Belgien Vermögensverwaltungs-Dienstleistungen an und ist in den Städten Brüssel, Antwerpen und Gent präsent.

Die UBS steht auch in anderen Ländern im Verdacht, Kunden mit dem Verstecken von Schwarzgeld geholfen zu haben. Dies gilt etwa für Deutschland und Frankreich und die USA. Erst im Mai war ein ehemaliger UBS-Banker in den Vereinigten Staaten zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte dem Urteil zufolge reichen Amerikanern geholfen, ihr Geld unbemerkt vom heimischen Finanzamt in der Schweiz anzulegen. 2009 konnte die größte Schweizer Bank erst mit der Bezahlung einer Strafe von 780 Millionen Dollar ein Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beenden.

afp/rtr

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