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Deutschland / Welt Benzin ist so teuer wie noch nie
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Benzin ist so teuer wie noch nie
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17:30 20.02.2012
Die Benzinpreise in Deutschland haben ein Rekordhoch erreicht. Quelle: dpa
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Hamburg

Mit 1,64 Euro für einen Liter Superbenzin E10 war Benzin im bundesweiten Durchschnitt am Montag so teuer wie noch nie. Diesel kostete nur wenig unter 1,54 Euro je Liter und lag nur noch um einen Cent unter seinem historischen Hoch, teilten Sprecher der Mineralölindustrie am Montag in Hamburg und Bochum mit. Gegen Abend gingen die Preise etwas zurück. Die meisten Autofahrer mit einem Otto-Motor tanken nicht E10, sondern Superbenzin E5 mit fünf Prozent Ethanol. Das kostet drei Cent mehr als E10 und erreichte am Vormittag mit 1,67 Euro je Liter ebenfalls einen neuen Rekordpreis.

Auf sinkende Preise können die Autofahrer kaum hoffen. „Es zeichnet sich bei Öl ein konstant hohes Niveau ab“, sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Auch Heizöl hält sich mit 94,20 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) auf dem höchsten Stand seit Sommer 2008. Der Preis ist ebenfalls nicht weit vom Rekord von 98 Euro aus dem Jahr 2008 entfernt und schon seit mehr als zwei Wochen ungefähr so hoch. „Das ist der Unterschied zu 2008“, sagte Wiek. „Damals ging es nur um eine kurze Preisspitze, jetzt sehen wir dauerhaft hohe Preise.“

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Ursachen für die hohen Preise sind teures Rohöl und ein relativ schwacher Euro. Das schlägt auf die Beschaffungspreise der Tankstellen durch. „Am Rotterdamer Ölmarkt kostete Superbenzin zeitweise fast 62 Euro-Cent je Liter“, sagte Tobias Wolny vom deutschen Marktführer Aral. „Das war der höchste Stand aller Zeiten.“ Den wichtigsten Einfluss auf die Benzin- und Heizölpreise hat der Rohölpreis, weil die Produkte aus Rohöl gemacht sind. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mehr als 122 Dollar, so viel wie sei dem vergangenen April nicht mehr. Schon seit mehr als einem Jahr notiert Rohöl über 100 Dollar.

Das aktuelle Preishoch ist nach Einschätzung des Hamburger Experten Steffen Bukold auf mehrere Faktoren zurückzuführen. „Die Versorgung der Märkte ist nicht so gut, wie es scheint“, sagte er. Trotz gestiegener Vorräte in den USA sei die Lage angespannt. Zudem habe sich die Spekulation an den Finanzmärkten verstärkt. Die Notenbanken in den USA, Europa und Japan fluten die Finanzmärkte mit Liquidität, die nach Anlage sucht.

Das Geld geht in Aktien, die in Deutschland ebenfalls auf einem Sechs-Monats-Hoch notieren, aber auch in Rohstoffe. So ist der Rohstoffindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI nach einigen rückläufigen Monaten seit Beginn des Jahres wieder gestiegen. Rohöl allein hat sich binnen eines Monats um 14 Dollar je Barrel verteuert. Allerlei Negativ-Nachrichten aus dem Iran, Libyen, Syrien, Nigeria und dem Sudan haben zusätzlich dazu beigetragen.

Zu allem Unglück wirken auch die Währungseinflüsse gegen die Verbraucher in Deutschland. Für einen Euro bekommt der Ölhändler gegenwärtig kaum mehr als 1,32 Dollar; im vergangenen Frühjahr waren es noch 1,48 Dollar. Die US-Währung wird aber gebraucht, um das Öl zu bezahlen. Wenn Öl und Dollar gleichzeitig teurer werden, dann schmerzt der nächste Tankstopp besonders. Ein wenig Zuversicht verbreiten die steigenden Temperaturen nach der Kältewelle: Sie könnten Druck aus der Nachfrage nehmen und damit etwas entspannend wirken.

dpa/sag