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Deutschland / Welt Berlin erhöht Druck auf General Motors
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Berlin erhöht Druck auf General Motors
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13:59 01.08.2009
Die Bundesregierung hat im Ringen um die Opel-Rettung den Druck auf General Motors erhöht.
Die Bundesregierung hat im Ringen um die Opel-Rettung den Druck auf General Motors erhöht. Quelle: afp
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Der Außenminister habe klargestellt, dass es deutsche Staatsbürgschaften für Opel nur für einen Investor gebe, der langfristig beim Rüsselsheimer Autobauer einsteigt und die Arbeitsplätze garantiert.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte der Düsseldorfer „Wirtschaftswoche“, man habe der amerikanischen Seite klar gemacht, dass öffentliche Mittel im Fall einer Entscheidung für das Konzept des Finanzinvestors RHJI nicht fließen würden. Im Rennen ist neben RHJI nur noch das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank.

„In den Gesprächen mit GM ist der Ton jetzt etwas rustikaler geworden“, sagte Koch. „Aber nun ist die deutsche Position dort auch verstanden worden.“ Man habe viel Mühe darauf verwenden müssen, zu erklären, dass es in Deutschland für einen Einstieg von RHJI keinen Konsens zur Finanzierung geben werde. Koch drängte auf eine Entscheidung vor der Bundestagswahl Ende September.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Bürgschaften von Bund und Ländern stehen für das Magna-Konzept zur Verfügung, aber nicht für das eines Mitbewerbers, der die Zukunft von Opel wieder aufs Spiel setzt.“ Dies müssten auch die Manager in Detroit berücksichtigen.“ Das einzige Konzept, das den Opel-Standorten in Deutschland eine Perspektive gebe, sei das von Magna.

Jahres, das Vauxhall-Werk in England 2013 dichtmachen, schrieb das Magazin. Dadurch würden zunächst 10.560 Stellen und in einem weiteren Schritt weitere 1080 Arbeitsplätze wegfallen. Nach Milliardenverlusten 2009 und 2010 solle Opel 2011 die Gewinnzone erreichen.

In Deutschland sollten von den 25.000 Opel-Mitarbeitern 3045 ihren Arbeitsplatz verlieren, der Großteil davon in Bochum. Außerdem plane Magna ab 2010 Einschnitte beim Weihnachts- und Urlaubsgeld. Die Betriebsrenten sollten europaweit abgeschafft werden. Im Gegenzug sollten die Mitarbeiter zu zehn Prozent am Vorsteuergewinn beteiligt werden.

Vertreter der Bundesregierung und der Bundesländer mit Opel-Standorten wollen laut der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Dienstag offenbar zu separaten Treffen mit den noch verbliebenen zwei Bietern zusammenkommen. Der US-Automobilhersteller strebe immer noch einen Abschluss des Verkaufs im dritten Quartal an, habe eine mit dem Vorgang vertraute Person gesagt. Für den 3. August sei ein Treffen des neuen GM-Verwaltungsrats anberaumt. Das Gremium wolle die Übernahmevorschläge von Magna und RHJI prüfen.

ddp