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Deutschland / Welt Deutsche Banken kontern Paypal
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18:32 12.11.2015
Von Albrecht Scheuermann
Soll Konkurrenz bekommen: Die deutsche Kreditwirtschaft bietet eine Alternative zu Paypal an. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Als eine der ersten Banken überhaupt macht die Hannoversche Volksbank dieses Verfahren nun für ihre Kunden verfügbar.

„Alle Kunden mit Online-Banking-Zugang können sich ab sofort für Paydirekt registrieren und mit ihrem Girokonto per Paydirekt bei den teilnehmenden Händlern zahlen“, erklärte Vorstandsmitglied Bernd Müntz. Die Bank sei damit „Wegbereiter des neuen Bezahlverfahrens in unserer Region“.

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Hinter Paydirekt stehen alle deutschen Bankengruppen. Es soll den Online-Händlern und ihren Kunden ein einfaches und sicheres Zahlungsverfahren bieten, das auch maximalen Datenschutz verspricht. Der Kunde kann sich im Onlinebanking-Bereich seiner Bank für das neue Zahlverfahren registrieren und es dann für seine Einkäufe nutzen. Die Besonderheit ist, dass sich damit Online-Einkäufe direkt über das eigene Girokonto abwickeln lassen - ganz ohne Drittanbieter. Die Daten bleiben im Gegensatz zu Paypal in Deutschland und werden nicht für andere Zwecke genutzt oder weitergegeben. Die Händler bekommen sofort ihr Geld, nicht aber die Kontodaten ihrer Kunden.

Derzeit sind zahlreiche deutsche Banken dabei, das System in ihr Onlinebanking zu integrieren, die Pilotphase läuft seit Mitte August. Den Startschuss gab vor mehreren Wochen die Hypovereinsbank, auch die anderen Großbanken wollen ab Ende 2015 das Angebot allen Kunden verfügbar machen. Die rund 800 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken möchten noch im November ihren Kunden den neuen Service bieten. Bei den Sparkassen dagegen dauert es etwas länger. Nach Angaben einer Sprecherin der Sparkasse Hannover werden sie ihren Kunden erst im Laufe des Jahres 2016 Paydirekt anbieten.

Zugleich muss der neue Bezahlstandard noch bei den Online-Händlern Fuß fassen, was offenbar nicht so leicht ist. Bislang bieten nur wenige und meist auch wenig bekannte Adressen dieses Bezahlverfahren an. Die Hannoversche Volksbank nennt den Lifestyle-Shop d-living, den Süßwarenkonzern Haribo, die Online-Druckerei flyermaschine und den Fitnessgeräte-Händler Sport-Tiedje. Allerdings soll diese Liste nun schnell länger werden. Als einer der ersten großen Einzelhändler dürfte schon bald die Metro-Gruppe mit den Elektronikmärkten Saturn und Media-Markt teilnehmen, erklärte ein Volksbank-Sprecher. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich schon bald zahlreiche bedeutende Online-Händler anschließen. Für die Kunden ist die Nutzung von Paydirekt den Angaben zufolge kostenlos, die Händler müssen für jede Zahlung eine Gebühr entrichten. Die Höhe hänge vom jeweiligen Vertrag ab, hieß es.