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Deutschland / Welt Billiges Geld für Italiens Staatskasse
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21:12 28.12.2011
Hoffnungszeichen am Horizont: Italiens Ministerpräsident Mario Monti sieht sich in seinem Sparkurs bestätigt.
Hoffnungszeichen am Horizont: Italiens Ministerpräsident Mario Monti sieht sich in seinem Sparkurs bestätigt. Quelle: dpa
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Rom

Die Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt Wirkung: Die mit billigen Krediten in Hülle und Fülle versorgten Banken verliehen einen Teil des Geldes an Italien weiter. Sie begnügten sich dabei mit einer halb so hohen Rendite wie noch im November. Experten warnten aber vor verfrühtem Jubel, da die echte Nagelprobe für das hoch verschuldete Land erst noch komme. Dennoch reagierten die Märkte erleichtert.

Die Auktion einer Anleihe mit sechsmonatiger Laufzeit brachte 9 Milliarden Euro in die Staatskasse. Der durchschnittliche Zins lag mit 3,251 Prozent nur noch halb so hoch wie Ende November. Damals wurde mit 6,5 Prozent der höchste Zins seit Einführung des Euro fällig. Trotz der niedrigeren Rendite war die Nachfrage gut: Der Staat hätte auch 15,2 Milliarden Euro einnehmen können, so hoch waren die Gebote der Investoren. Die Auktion war damit 1,7-fach überzeichnet.

„Die hohe Nachfrage kommt nicht völlig überraschend“, sagte ein Anleihenhändler. „Denn dank des billigen Zentralbankgeldes können Investoren mit dem Kauf dieser Papiere eine erkleckliche Marge erwirtschaften.“ Die EZB hatte den Geschäftsbanken am 21. Dezember insgesamt 490 Milliarden Euro für bis zu drei Jahre geliehen – und das zu extrem niedrigen Konditionen, die sich am Leitzins orientieren. Dieser liegt derzeit auf dem Rekordtief von einem Prozent. Die Anleger honorierten zudem das 33 Milliarden Euro große Sparpaket, das Ministerpräsident Mario Monti kurz vor Weihnachten durch das Parlament brachte.

Weitere 1,733 Milliarden Euro nahm Italien mit der Versteigerung zweijähriger Anleihen ein. Hier fiel der Zins von 7,8 auf 4,85 Prozent. Der nächste Test steht aber bereits bevor und dürfte schwerer zu bewältigen sein: Am heutigen Donnerstag will Italien mit der Versteigerung von Anleihen mit Laufzeiten von drei und zehn Jahren bis zu 8,5 Milliarden Euro einnehmen. Wegen der Schuldenkrise scheuen Investoren längerfristige Engagements und geben ihr Geld nur bei extrem hohen Risikoaufschlägen. Der Marktzins für zehnjährige italienische Staatsanleihen liegt derzeit bei 6,74 Prozent. Zum Vergleich: Für deutsche Papiere liegt er unter 2 Prozent.

Italien sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Diese Summe entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Nur in Griechenland ist die Quote höher. Italien muss sich im kommenden Jahr 440 Milliarden Euro von Investoren holen, um alte Kredite abzulösen, Zinsen zu zahlen und die Haushaltslücke zu schließen.

Valentina Za und René Wagner