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Deutschland / Welt Brüssel will Handel mit Thunfisch verbieten
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Brüssel will Handel mit Thunfisch verbieten
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16:36 22.02.2010
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Fischereikommissarin Maria Damanaki schlug am Montag in Brüssel den EU-Mitgliedstaaten vor, ein Verbot des internationalen Handels mit Rotem Thunfisch über das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) zu unterstützen. Die 175 CITES-Vertragsstaaten treffen sich Ende März in Doha am Persischen Golf. Dort könnte ein Bann noch in diesem Jahr beschlossen werden.

Die EU will dort geschlossen abstimmen, darum braucht Damanaki möglichst rasch die Zustimmung der Mitgliedstaaten zu ihrem Vorschlag. Diese muss einstimmig erfolgen. Deutschland und Frankreich signalisierten grundsätzliche Zustimmung. Es müssten aber noch die detaillierten Bedingungen geprüft werden, hieß es aus deutschen Delegationskreisen. Der Fall des Thunfisches zeige aber die Notwendigkeit mehrjähriger Managementpläne für die Fischbestände.

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Der Rote Thun drohe bald völlig ausgerottet zu werden, warnte Damanaki. Die Tagung in Doha sei die letzte vor 2013, darum sei jetzt die Zeit zu handeln. In der EU verfügen vor allem Frankreich, Spanien und Italien über große Thunfischflotten.

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte den Kommissionsvorstoß als „wichtiges Signal für die Rettung des Mittelmeer-Thunfisches“. 80 Prozent des von der EU im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfisches landen auf dem japanischen Markt für Sushi-Gerichte, wie Greenpeace mitteilte. Dabei würden Preise bis zu 100 000 Euro pro Tier erreicht. In der EU gebe es dafür jedoch keinen Markt. Bei den CITES- Verhandlungen wird mit Zwei-Drittel-Mehrheit abgestimmt, darum könnte Japan überstimmt werden.

Der französische Agrarminister Bruno Le Maire nannte den Vorschlag Damanakis eine Annäherung an die Position Frankreichs. Es seien aber noch mehrere Punkte offen, darunter Schutzmaßnahmen für die kleine Küstenfischerei. „Da ist noch Arbeit nötig.“

Grundsätzlich ist aber auch Frankreich dafür, dass Roter Thun in Anhang I des CITES-Übereinkommens aufgenommen werden soll. In Anhang I sind vom Aussterben bedrohte Arten aufgeführt, deren Handel besonders streng geregelt sein muss und nur in Ausnahmefällen erlaubt werden darf. Die Aufnahme von Rotem Thun in Anhang I würde bedeuten, dass der Fisch nicht mehr international gehandelt werden darf.

dpa