Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Bundesbank darf Banknoten im Ausland drucken lassen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bundesbank darf Banknoten im Ausland drucken lassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:28 04.10.2010
Banknotendruck bei Giesecke & Devrient: Die Bundesbank darf ihre Geldscheine auch im Ausland drucken lassen. Quelle: dpa
Anzeige

Die Bundesbank darf Banknoten im Ausland herstellen lassen und muss weder die Bundesdruckerei in Berlin noch den Konzern Giesecke & Devrient in München bei der Vergabe automatisch berücksichtigen. Das entschied das Bundeskartellamt in Bonn bei der Prüfung eines Großauftrags der Notenbank für das Jahr 2011. Mit der Entscheidung stärkte das Kartellamt der Bundesbank den Rücken. Ein Sprecher der Bonner Behörde sowie eine Sprecherin der Bundesbank in Frankfurt bestätigten am Montag einen entsprechenden Bericht der „Financial Times Deutschland“.

Die Bundesbank sucht seit 2008 europaweit nach dem günstigsten Anbieter für ihren Teil der Euro-Banknoten. Bewerben können sich derzeit 14 Druckereien, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) zertifiziert wurden. Bei der Ausschreibung für 2011 mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro-Scheinen, ging die Bundesdruckerei erstmals leer aus, Giesecke & Devrient erhielt nur einen kleinen Teil.

Anzeige

Die Druckereien und die Gewerkschaft Verdi sehen 400 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet, weil Scheine künftig aus Frankreich und den Niederlanden stammen, und organisierten im Sommer Proteste. Die Bundesdruckerei schaltete das Bundeskartellamt ein. Die Wettbewerbsbehörde kam am 30. September aber zu dem Schluss, dass bei der Ausschreibung alles rechtens war.

Bei Giesecke & Devrient hieß es am Montag, man werde die Entscheidung nun zunächst prüfen. „Für uns ist und bleibt das ein deutscher Alleingang, der den deutschen Banknotendruck gegenüber europäischen Wettbewerbern benachteiligt“, sagte ein Unternehmenssprecher.

dpa