Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Bundesregierung fordert von GM rasche Entscheidung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bundesregierung fordert von GM rasche Entscheidung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 23.08.2009
Die Bundesregierung hat von General Motors eine rasche Entscheidung zur Opel-Übernahme gefordert. Quelle: Clemens Bilan/ddp
Anzeige

„Ich hoffe, dass wir in der nächsten Woche vorankommen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag im ZDF. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mahnte in einem Telefonat mit US-Außenministerin Hillary Clinton Rücksichtnahme auf deutsche Interessen an.

Der Verwaltungsrat von General Motors (GM) hatte nach einer Telefonkonferenz am Freitag entgegen den Erwartungen erneut keine Empfehlung im Bieterrennen um den deutschen Autobauer bekannt gegeben. Das Gremium beriet über die beiden verbliebenen Interessenten, den österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna und den Finanzinvestor RHJ International (RHJI).

Anzeige

„Ich bedauere, dass es gestern bei GM zu keinem abschließenden Entscheidungsprozess gekommen ist“, sagte Merkel dazu im ZDF. „Aber ich hoffe, dass das jetzt bald der Fall ist, denn für die Beschäftigten und auch für die ökonomische Situation bei Opel wäre es dringend erforderlich.“ Je schneller es eine Lösung gebe, desto besser, fügte Merkel hinzu. Eigentlich hätte sie sich diese schon für Freitag gewünscht, kritisierte die Kanzlerin die GM-Spitze.

Steinmeier sagte laut Auswärtigem Amt am Samstagabend in dem Gespräch mit Clinton, die Interessen der Bundesrepublik als Bürgschaftsgeber müssten bei allen anstehenden Entscheidungen über die Zukunft von Opel berücksichtigt werden. Es komme jetzt darauf an, schnellstmöglich eine Entscheidung zu treffen, die die Zukunft aller Opel-Standorte sowie die nachhaltige Sicherung möglichst vieler Opel-Arbeitsplätze in Deutschland sicherstelle, verlangte der SPD-Kanzlerkandidat.

Clinton habe zugesagt, sie werde den Standpunkt der Bundesregierung weitergeben, „an die, die es angeht“, sagte Steinmeier in einem Interview für die ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Darin forderte er von GM eine Entscheidung für Magna. Der „Bild am Sonntag“ sagte er, nur dann werde es auch eine staatliche Unterstützung für Opel geben, weil allein Magna die vier deutschen Opel-Standorte in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz erhalten wolle.

Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) forderte GM auf, die Verhandlungen „so schnell wie möglich wieder“ aufzunehmen. Einen Termin dafür gab es laut Wirtschaftsministerium aber am Sonntag zunächst noch nicht. „Keiner der Beteiligten sollte ein Interesse daran haben, dem Vorwurf kühler Verhandlungstaktiererei ausgesetzt zu sein“, sagte Guttenberg dazu weiter der „Welt am Sonntag“. „Objektiv dürfte GM eine Entscheidung jederzeit möglich sein“, fügte er hinzu. Es gebe „noch Raum für eine Einigung“.

Auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) reagierte verärgert auf die Vertagung der Entscheidung zu Opel. Dafür gebe es „keinerlei inhaltliche Rechtfertigung“, erklärte er in Wiesbaden. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte der Zeitschrift „Super Illu“, er glaube weiter „an den Erfolg des Magna-Modells“. Es gebe aber auch einen „Plan B mit weiteren Investoren“.

FDP-Chef Guido Westerwelle wandte sich erneut gegen „die einseitige Bevorzugung eines Investors mit russischen Staatsinteressen“. Dies koste die Steuerzahler Milliarden und bringe Opel nichts, erklärte er in Berlin. Westerwelle spielte damit auf die Zusammenarbeit Magnas mit der russischen Sberbank an.

afp

Mehr zum Thema

Nach der erneut vertagten Entscheidung über die Zukunft des Autobauers Opel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den US-Mutterkonzern General Motors zu einer schnellen Entscheidung gedrängt.

22.08.2009

Nach der erneut vertagten Entscheidung über die Opel-Zukunft hat Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) General Motors (GM) aufgefordert, die Verhandlungen „so schnell wie möglich wieder“ aufzunehmen.

22.08.2009

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat den amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) wegen der Vertagung der Entscheidung über die Zukunft von Opel kritisiert.

22.08.2009