Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Regierung will intelligente Stromzähler vorschreiben
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Regierung will intelligente Stromzähler vorschreiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 07.11.2015
Von Jens Heitmann
Ein Kleincomputer, der Informationen über Strom-, Wasser- und Gasverbrauch sammelt: der „Smart Meter“. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige

Wer nachts seine Waschmaschine anstellt, hat davon bisher nur Nachteile: Man muss die Trommel leeren, während andere schon schlafen – und spart nicht einmal Geld. Obwohl die Versorger Strom in den Abend- oder frühen Morgenstunden deutlich günstiger einkaufen als zur Mittagszeit, wenn vielerorts gekocht wird, zahlen die Kunden immer die gleichen Preise. Der Grund: Die heutigen Stromzähler merken sich nur die Menge der Kilowattstunden, aber nicht den Verbrauchszeitpunkt.

Das will die Bundesregierung ändern. Wer mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom im Jahr benötigt, muss von 2017 an einen „Smart Meter“ einbauen – einen intelligenten Zähler also. Ab 2020 könnte die Vorschrift auch für Privathaushalte gelten, wie aus dem am Mittwoch verabschiedeten Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende hervorgeht. Dann endlich, so lautet die frohe Botschaft, könnten auch die Kunden von schwankenden Strompreisen profitieren.

Verbraucher sind skeptisch

Die Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, können sich neun von zehn Deutschen unter einem „Smart Meter“ nichts vorstellen. Und der Rest ist eher skeptisch. Intelligente Stromzähler sind insbesondere Verbraucherschützern ein bisschen zu schlau: Es sei zweifelhaft, wer von der Erhebung solch sensibler Daten am Ende profitiere. Die Kunden wohl eher nicht – denn Betriebskosten von 40 Euro im Jahr stünden höchstens Ersparnisse von 20 Euro gegenüber, räumt man in Berlin ein. „Die Zwangsdigitalisierung durch die Kellertür ist der falsche Weg“, erklärte der Verband der Verbraucherzentralen.