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02:16 30.03.2018
Dienstwagen von Politikern: Aus Sicht des Umweltbundesamts braucht Deutschland „generell weniger und viel sparsamere Fahrzeuge“. Quelle: dpa
Berlin

 Deutschland kommt beim Klimaschutz nur langsam voran. 2017 wurden in der Bundesrepublik 905 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – nur 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Umweltbundesamts (UBA) hervor. Während die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung zurückgingen, stiegen sie im Verkehr und in der Industrie an. In der Landwirtschaft stagnierten sie. 

„Beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir bereits viel erreicht“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). „Im Verkehrsbereich geht die Entwicklung leider immer noch in die falsche Richtung. Für Klimaschutz und saubere Luft brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende.“ Die steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre trägt wesentlich zum Klimawandel bei. 

Mehr Autos, mehr CO2

Am deutlichsten sank der CO2-Ausstoß im Energiebereich, und zwar um 4,1 Prozent auf 319 Millionen Tonnen. Als Hauptgrund nannte das UBA, dass wegen des Ausbaus der Windkraft weniger Strom aus Steinkohle gewonnen wurde. Dagegen stieg der CO2-Ausstoß im Verkehr an – um 2,3 Prozent auf 171 Millionen Tonnen. Das UBA verwies darauf, dass der Pkw-Bestand 2017 um 1,5 Prozent gestiegen sei: „Mehr Autos auf der Straße lassen höhere Fahrleistungen und damit höhere Treibhausgasemissionen erwarten.“ Wegen der guten Konjunktur seien auch mehr Lastwagen unterwegs. 

 Kaum Folgen haben laut UBA der schrumpfende Anteil von Diesel-Pkw und der wachsende Anteil von Benzinern. Der Diesel sei kein Klimaretter. „Wir brauchen generell weniger und viel sparsamere Fahrzeuge, egal mit was diese angetrieben werden“, sagte Maria Krautzberger, die Präsidentin der Behörde.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) reagierte empört: „Wir brauchen nicht generell weniger Fahrzeuge, das wäre Bevormundung der Bürger.“ Nötig seien hingegen noch bessere Autos und mehr Digitalisierung im Straßenverkehr, um die Effizienz zu erhöhen.

Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag bereits vom deutschen Klimaschutzziel für 2020 verabschiedet. Eigentlich sollten die Treibhausgas-Emissionen bis dahin um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Bis 2017 waren es aber nur rund 28 Prozent weniger. 

Knatsch um Kohleausstieg

Damit wenigstens die Klimaziele für 2030 eingehalten werden, will die Koalition nun – unter anderem – eine Kommission ein Konzept für den Ausstieg aus der Kohleverstromung erarbeiten lassen. Umweltverbände stellten am Dienstag Bedingungen an diese Kommission: Für notwendig halten sie zum Beispiel eine gemeinsame Federführung von Wirtschafts- und Umweltministerium und einen „klaren Ausstiegspfad“. Die Grünen äußerten sich ähnlich: „In der Kommission darf es nicht um das Ob, sondern es muss um das Wie des Kohleausstiegs gehen“, sagte Parteichefin Annalena Baerbock.

Die Energie-Gewerkschaft IG BCE kritisierte diese Forderungen. „Wer die Kommission auf einen radikalen Kohleausstieg reduziert, handelt unseriös und schadet dem Klimaschutz“, sagte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis.

Von Andreas Hoenig

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