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Deutschland / Welt Umweltverbände kritisieren Coca-Cola
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21:12 20.02.2015
Von Lars Ruzic
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Der Getränkeriese Coca-Cola hat seinen Plänen zur Ausdünnung seines Mehrwegangebots Umweltverbände und Gewerkschafter gegen sich aufgebracht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sprach am Freitag von einem „Frontalangriff auf das Mehrwegsystem“, die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) sieht deutschlandweit 1000 Jobs in Gefahr. Das entspräche einem Zehntel der Belegschaft. Beide Seiten forderten Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, eine Mehrwegquote gesetzlich festzuschreiben.

Coca-Cola hatte in dieser Woche angekündigt, künftig auf PET-Mehrwegflaschen der Größen 0,5 Liter und 1,5 Liter verzichten zu wollen – und dies mit Effizienzverbesserungen begründet. Künftig sollen nur noch 1,0-Liter-Flaschen verkauft werden. Das verringere die Umrüstzeiten an den Abfüllanlagen und die Menge an leeren Kisten, die durchs Land transportiert werden müssten, argumentiert das Unternehmen.

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Mehrweganteil sinkt

Mit dem Schritt werde der Mehrweganteil des Marktführers (Fanta, Sprite, Mezzo Mix, Lift) von 57 auf 42 Prozent sinken, rechnete die DUH vor. Für Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch ist es zudem nur eine Frage der Zeit, bis der Konzern auch die 1,0-Liter-PET-Mehrwegflaschen abschafft. Coca-Cola zähle in ökologischer Hinsicht weltweit „zu den am rücksichtslosesten operierenden Unternehmen“, sagte er. Jetzt zeige der Konzern „sein wahres Gesicht auch in Deutschland“. NGG-Vize Claus-Harald Güster warnte zudem vor „dramatischen Folgen für die 130.000 Beschäftigten in der deutschen Getränkebranche“, falls andere Firmen dem Beispiel folgten.

Die Mehrwegquote ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. Allein zwischen 2008 und 2012 – das sind die aktuellsten Zahlen des Umweltbundesamtes – ist sie von 49,5 auf 45,7 Prozent gefallen. Ohne die Liebe der Deutschen zu Bierflaschen aus Glas wäre sie weit niedriger. Bei Wasserflaschen liegt der Wert bei 40,7, bei Erfrischungsgetränken bei 31,1 Prozent. Coca-Cola argumentiert, man liege mit seinen Werten weit über denen des Wettbewerbs. Zudem würden die Kunden von 0,5- und 1,5-Liter-Flaschen nicht ausnahmslos auf Einwegalternativen umsteigen, sondern auch auf die 1,0-Liter-Mehrwegflasche.

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