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Deutschland / Welt Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen
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15:17 08.08.2013
Die Commerzbank hat sich im zweiten Quartal zurück in die schwarzen Zahlen gekämpft. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Das hat es lange nicht gegeben: Die Börse bejubelt die Commerzbank. Dafür reicht ein eigentlich kümmerlicher Quartalsgewinn von 43 Millionen Euro. Das sind 84 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und im Vergleich zur internationalen Konkurrenz geradezu mager. Doch die Erwartungen hat die Commerzbank übertroffen. Die Hoffnung auf eine Trendwende wächst. Bis die Bank wirklich dauerhaft profitabel ist, dürfte es aber noch ein weiter Weg sein.

Von vielen internationalen Konkurrenten ist die deutsche Nummer zwei noch weit entfernt. Von der Finanzkrise schwer getroffene US-Banken wie Bank of America und Citigroup scheffeln etwa längst wieder Milliarden. Auch die britische Großbank Lloyds, seit der Finanzkrise wie die Commerzbank teilverstaatlicht, hat ihre Altlasten offensichtlich abgeschüttelt. Im Herbst will die britische Regierung einen ersten teil ihrer Anteils an der Bank verkaufen - dabei winkt ihr ein satter Gewinn.

Davon ist der Bund bei der Commerzbank noch weit entfernt. Die verbliebene 17-prozentige Beteiligung des Staates wäre aktuell nur mit einem Milliardenverlust zu veräußern.

Das Institut steckt mitten im Umbau - wieder einmal. Weltweit sollen rund 5200 der gut 54.000 Stellen gestrichen werden. Und das kostet Geld. Im ersten Quartal hatte die Bank dafür rund 500 Millionen Euro Rückstellungen gebildet. Selbst in der Topetage setzt die Bank den Rotstift an. Der Vorstand soll um zwei auf sieben Mitglieder verkleinert werden. Wer gehen muss, steht noch nicht fest.

„Die Commerzbank wird im laufenden Jahr weiter hinterherhinken. Auch 2014 wird sie noch die Schlusslichter der anderen Banken sehen“, sagt Branchenexperte Philipp Häßler von der Investmentbank Equinet voraus. Grundsätzlich sei die Bank aber auf dem richtigen Weg, ihre Risiken zu verringern.

Investmentbanking gibt Auftrieb

Bankchef Martin Blessing selbst erklärt 2013 zum Übergangsjahr. Und doch es gibt erste Lichtblicke. In der Schiffsfinanzierung - zuletzt das große Sorgenkind der Bank - scheint das Schlimmste vorbei. Auch der Umbau im Privatkundengeschäft scheint sich schon auszuzahlen. Einen Jahresverlust schließt die Bank nun aus.

Vor allem im Investmentbanking  - also dem Geschäft mit Aktien, Anleihen, der Beratung von Unternehmen bei Übernahmen - verdienen viele Geldhäuser dank der guten Stimmung an den Kapitalmärkten wieder prächtig. Auch bei der Commerzbank war das Investmentbanking die erfolgreichste Sparte.

An Branchengrößen wie die Deutsche Bank oder gar die US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley reicht die Commerzbank zwar nach vergangenen Schrumpfkuren längst nicht mehr heran. Sie setzt auf einzelne Nischen, und das scheint zu funktionieren. „Beim Investmentbanking ist die Commerzbank richtig aufgestellt. Mit den Großen könnte sie ohnehin nicht mithalten“, meint Analyst Häßler.

Viel Potenzial sieht die Commerzbank im Privatkundengeschäft. Es war eigentlich schon nach der Übernahme der Dresdner Bank 2008 der große Hoffnungsträger. Doch es verlor ständig an Ertragskraft. Das soll nun endlich anders werden. Deshalb investiert die Bank viel - in neue Filialmodelle, aber auch in Werbung. Das zahlte sich im ersten Halbjahr aus. Die Kundenzahl wuchs netto um rund 100.000.

Bis 2016 soll das Privatkundengeschäft wieder 500 Millionen Euro zum operativen Gewinn beisteuern. Dazu muss die Commerzbank den immer erfolgreicheren Internet-Banken die Stirn bieten. Die Mitarbeiter in den Filialen sollen deshalb künftig flexibler eingesetzt werden. Noch feilt eine Arbeitsgruppe an Details.

Der passionierte Läufer Blessing hat also noch ein gutes Stück Weg vor sich. Hartnäckig halten sich Spekulationen, der Bund könne seinen Einfluss nutzen, um - spätestens nach der Bundestagswahl am 22. September - einen personellen Neuanfang an der Konzernspitze durchzusetzen. Seit Blessings Amtsantritt Mitte Mai 2008 büßte die Commerzbank-Aktie über 95 Prozent ein. Immerhin: Am Donnerstag war das Papier mit einem Plus von gut 13 Prozent größter Gewinner im Dax.

dpa

Der Sportwagenbauer Porsche sieht sich nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr beim Absatz auch für den Jahresendspurt weiter auf Kurs. «Mit den Auslieferungen im Juli 2013 sind wir gut in die zweite Jahreshälfte gestartet», erklärte Vertriebschef Bernhard Maier am Donnerstag in Stuttgart.

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