Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Conti peilt 50 Milliarden Euro Umsatz an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Conti peilt 50 Milliarden Euro Umsatz an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 05.03.2015
Von Lars Ruzic
Von den satten Conti-Gewinnen profitieren Aktionäre und Beschäftigte – hier ein Mitarbeiter im Werk Gifhorn. Quelle: Hagemann
Anzeige
Hannover

Hannover. Nach einem Jahr mit Rekorden bei Gewinn, Dividende und Belegschaftsbonus nimmt der Continental-Konzern neue Umsatzsphären in den Blick. Bis 2020 sollen die Erlöse die Marke von 50 Milliarden Euro überspringen, kündigte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Hannover an. Das sei angesichts der vielen Unbilden auf den internationalen Märkten ein anspruchsvolles, aber machbares Ziel. Die Hannoveraner setzen dabei vor allem auf Elektronik und IT. „Die Software ist das neue Rad der Industrie“, sagte Degenhart. Hier werde Conti massiv Kompetenz ausbauen.

Der Konzern profitiert seit Jahren vom Trend zu immer mehr Assistenz- und Multimediasystemen im Auto. Gleichzeitig treibt Conti deren Zusammenführung und Vernetzung voran. Der Zulieferer war einer der ersten, der auf das „automatisierte Fahren“ gesetzt hat. Dieser Bereich dürfte bis 2020 allein für 2 Milliarden Euro Umsatz gut sein, sagte Degenhart. Dass dieses Zukunftsfeld inzwischen auch IT-Riesen wie Apple und Google angelockt hat, begrüßte der Conti-Chef. „Das ist eine Bereicherung für die Industrie und eine Chance für die Zulieferer.“ Für Google arbeiten die Hannoveraner schon, Degenhart hofft nun auch noch auf Geschäfte mit Apple.

Anzeige

Der US-Konzern will angeblich bis 2020 ein Elektroauto auf den Markt bringen. Berichten zufolge wirbt Apple derzeit Hundertschaften von Fachleuten aus der Autoindustrie ab. Degenhart wollte nicht ausschließen, dass auch „der eine oder andere“ Continentäler die Seite gewechselt habe. Der Zulieferriese ist allerdings derzeit seinerseits dabei, im Silicon Valley eine Denkfabrik aufzubauen - mit einer früheren Google-Managerin an der Spitze.

Das Aufrüsten im IT-Bereich lässt sich der Konzern einiges kosten. In diesem Jahr sollen mehr als 2 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung fließen, gut 6 Prozent vom Umsatz. Geld ist nicht das Problem: „Das Unternehmen ist kerngesund“, sagte Degenhart. Im vergangenen Jahr hat der Elektronik- und Kautschukspezialist seine Schulden auf das niedrigste Niveau seit 2006 gedrückt. Allein die Zinslast habe sich dadurch um eine halbe Milliarde Euro verringert, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer.

Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass 2014 der Nettogewinn um fast ein Viertel auf den Rekordwert von 2,4 Milliarden Euro schnellte, während der Umsatz lediglich um 3 Prozent auf 34,5 Milliarden Euro zulegte. Von den schwarzen Zahlen werden auch die Aktionäre des Dax-Konzern profitieren: Die Dividende soll um 30 Prozent auf 3,25 Euro steigen. Gut 650 Millionen Euro kehrt Conti damit an seine Eigentümer aus - fast die Hälfte davon geht an die Familie Schaeffler.

In diesem Jahr will das Traditionshaus schon einen großen Schritt in Richtung 50-Milliarden-Marke gehen. Der Umsatz soll um 9 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro steigen. Darin schlägt sich allerdings zum Großteil die erstmalige Einbeziehung des US-Kautschukspezialisten Veyance nieder, der seit Februar zum Konzern gehört. Eine weitere Milliarde könne allein durch Wechselkurseffekte hinzukommen, sagte Schäfer. Das werde sich jedoch nicht auf die Margen auswirken.

Deutschland / Welt Übernahme in der Lebensmittelbranche - Dr. Oetker kauft Coppenrath und Wiese
05.03.2015
05.03.2015
Deutschland / Welt Rekordjagd an der Börse - Dax setzt neue Bestmarke
05.03.2015