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Deutschland / Welt Conti schließt sich dem Kartendienst Here an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Conti schließt sich dem Kartendienst Here an
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09:34 21.07.2017
Von Jens Heitmann
Continental will sich an der Allianz des Kartenprojektes Here beteiligen. Quelle: dpa
Hannover

Die Verhandlungen stünden bereits kurz vor dem Abschluss, hieß es. Der Vertrag solle im September unterzeichnet werden. Continental wollte dazu keine Stellung nehmen. „Spekulationen kommentieren wir nicht“, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

Konkurrenz für Google

Die Autohersteller Daimler, BMW und Audi haben den Kartendienst vor zwei Jahren von Nokia übernommen. Für das Berliner Unternehmen überwiesen sie damals 2,8 Milliarden Euro. Die präzisen Karten von Here gelten als eine wichtige Voraussetzung für das autonome Fahren - sie sollen mit den Sensoren der Autos vernetzt werden und so ein exaktes Echtzeitbild der Umgebung schaffen. Neben dem Navi-Pionier Tom Tom war Here einer der letzten unabhängigen Kartendienste neben Google.

Rund 80 Prozent aller Autos, die in Europa und Nordamerika mit integriertem Navigationssystem unterwegs sind, nutzen Here-Karten - jährlich würden mehr als zehn Millionen Autos mit diesem Karten im Navi ausgeliefert, heißt es in Berlin. Doch die von Here gesammelten Daten sollen nicht nur helfen, möglichst schnell den Weg ans Ziel zu finden. Streckenprofile können helfen, Sprit und bei E-Mobilen Strom zu sparen. Vernetzte Autos wären in der Lage, sich gegenseitig vor Kollisionen zu warnen, bevor die Fahrer sich überhaupt sehen. Auch Daten über Wetter, Straßenzustand und Verkehrslage ließen sich austauschen.

Anfang dieses Jahres hatten Daimler, BMW und Audi bereits den Chip-Riesen Intel als neuen Partner für Here gewonnen - die Amerikaner übernahmen 15 Prozent der Anteile. Zudem sind mittlerweile auch drei chinesische Investoren an Bord. Nach Angaben des „Manager-Magazins“ sind weitere Interessenten im Gespräch - mit Ford seien die Verhandlungen am weitesten fortgeschritten, hieß es. Aber auch Toyota und Renault-Nissan gelten in der Branche als mögliche Kandidaten.

An Geld fehlt es Conti nicht

Continental misst dem autonomen Fahren schon seit Längerem eine hohe Bedeutung bei. Erst im Juni hatte sich der Konzern wie zuvor bereits der US-Konkurrent Delphi dem Bündnis von BMW, Intel und dem israelischen Kameraspezialisten Mobileye angeschlossen, in dessen Zentrum ebenfalls das fahrerlose Auto steht. Conti möchte beispielsweise bis zum Jahr 2020 den „Cruising Chauffeur“ zur Serienreife führen - eine hochautomatisierte Technologie, die zumindest bei Touren über die Autobahn die Aufgaben des Fahrers komplett übernehmen kann.

Bei der Hauptversammlung Ende April hatte Vorstandschef Elmar Degenhardt angekündigt, den Umsatz mit Dienstleistungen rund um die Mobilität bis 2020 auf mehr als eine Milliarde Euro zu verdoppeln. Für Übernahmen und Beteiligungen ist der Konzern gut gerüstet, wie ein Blick in die Bilanz zeigt: Zum Jahresende 2016 besaß Conti ein Liquiditätspolster von rund 6 Milliarden Euro - ein Drittel davon an flüssigen Mitteln sowie zugesagte ungenutzte Kreditlinien von knapp 4 Milliarden Euro.

Mit einem Kredit über rund 1,6 Milliarden Euro will der Internationale Währungsfonds Griechenland unterstützen. Doch die Finanzspritze ist an Bedingungen gebunden.

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