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Continental: Konzern muss sparen und Jobs streichen

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20:08 07.08.2019
„Wir reagieren mit strenger Kostendisziplin und Erhöhung unserer Wettbewerbsfähigkeit“: Conti-Chef Elmar Degenhart. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Der Autozulieferer Continental steht vor harten Einschnitten. Wegen der sinkenden Nachfrage müsse der Konzern seine Kosten senken, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Mittwoch bei der Vorlage der Zwischenbilanz in Hannover. Zugleich will das Management die Werke schneller als bisher geplant in Richtung Elektromobilität ausrichten.

Bis Ende September sollen die Details für das Umbaukonzept feststehen – man stelle sich auf einen Stellenabbau in größerem Stil und die Schließung von Standorten ein, verlautete aus Arbeitnehmerkreisen.

„Derzeit ist das Marktumfeld sehr herausfordernd“, sagte Degenhart. „Auf den rückläufigen Markt reagieren wir mit strenger Kostendisziplin und Erhöhung unserer Wettbewerbsfähigkeit.“ Ende Juli hatte der Konzern seine Aufsichtsräte zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengerufen, kurz darauf wurde die Belegschaft über die groben Planungen informiert. Nachdem Conti seine Aktionäre mit einer Reihe von Gewinnwarnungen enttäuscht habe, stehe dabei die Sicherung der Ergebnisse im Fokus, hieß es im Unternehmen.

Gewinn bricht um 41 Prozent ein

Im zweiten Quartal musste der Konzern deutliche Einbußen verbuchen. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur um ein Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zurückging, brach der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 41 Prozent auf 484,8 Millionen Euro ein.

Das bereinigte operative Ergebnis schrumpfte um ein Viertel auf 868 Millionen Euro, das entspricht einer Marge von 7,8 Prozent – bei Conti war man hier über die Jahre zweistellige Ziffern gewöhnt. Im Juli hatte der Konzern bereits seine Ziele nach unten korrigiert. Mit einer Wende zum Besseren sei nicht zu rechnen, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer: „Für das zweite Halbjahr erwarten wir kein Nachlassen des Gegenwinds.“

Kunden verlangen mehr E-Antriebe

Während die Nachfrage schrumpft, gewinnt der Wandel in der Branche an Tempo. Wegen der „sich verschärfenden politischen Vorgaben“ seien Hersteller und Zulieferer gezwungen, mehr Energie in die elektrische Zukunft der Mobilität zu stecken, erklärte der Konzern. „Wir richten unseren Antriebsbereich konsequent darauf aus, weil sich der Markt eindeutig in diese Richtung entwickelt“, sagte Degenhart. Die Kunden verlangten immer energischer nach der Elektrifizierung von Verbrennungsmotoren durch Hybrid-Antriebe und nach rein batteriegetriebenen Modellen.

Weniger Investitionen bei Verbrennungsmotor-Technik

Aus diesem Grund will Conti seine Investitionen im Bereich der Antriebskomponenten umschichten. Das Geschäft mit Injektoren und Pumpen für Benzin- und Dieselmotoren werde man nicht weiter ausbauen, sagte Degenhart. Darüber hinaus werde die Zukunft von Komponenten zur Abgasnachbehandlung und Kraftstoffförderung geprüft.

Der Markt für 48-Volt-Motoren für E-Autos sowie für intelligente Energie- und Thermomanagementsysteme wachse hingegen. Einen Einstieg in die Fertigung von Festkörperbatteriezellen schließt der Konzern nunmehr aus – an der heute üblichen Lithium-Ionen-Technik führe bis auf Weiteres kein Weg vorbei, hieß es.

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