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Deutschland / Welt Continental steigt in erste Liga auf
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Continental steigt in erste Liga auf
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10:48 06.09.2012
Von Lars Ruzic
Autozulieferer Conti kehrt gemeinsam mit dem Chemieunternehmen Lanxess in den Dax zurück. Quelle: Decker (Archiv)
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Hannover

Auch ein weiteres Unternehmen aus der Region kann sich über einen Aufstieg freuen: Der Garbsener Lasermaschinenbauer LPKF wird künftig im Technologieindex Tec-Dax geführt. Das hat der Arbeitskreis Aktienindex bei der Deutschen Börse am späten Mittwochabend beschlossen.
MAN und Metro müssen ihre Plätze im Dax für Continental und den Chemiekonzern Lanxess räumen. Für MAN geht damit eine Ära zu Ende. Der Nutzfahrzeug-Hersteller war seit Einführung des Dax vor fast 25 Jahren ununterbrochen in der ersten deutschen Börsenliga vertreten.

Der Streubesitz nach den Zukäufen durch den Volkswagen-Konzern war allerdings so stark gesunken, dass es für einen Verbleib im Dax nicht mehr gereicht hat. Metro dürfte vor allem die stark unterdurchschnittliche Aktienkursentwicklung in diesem Jahr zum Verhängnis geworden sein.
Für die Unternehmen bedeutet die Aufnahme in prestigeträchtige Indizes in der Regel eine größere Aufmerksamkeit in der internationalen Finanzwelt. Das wiederum kann – unternehmerischen Erfolg vorausgesetzt – die Aktienkurse und damit den Wert des jeweiligen Konzerns steigern. Hinzu kommt, dass es viele Fonds auf dem Markt gibt, deren Portfolio genau die Zusammensetzung eines Index abbildet. Entsprechend müssen sie Aktien eines Aufsteigers nachordern, was wiederum die Kurse treibt.

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Bei Conti scheinen das viele schon im voraus getan zu haben. Der Kurs zeigte sich in den vergangenen Wochen vergleichsweise robust. Der Konzern mit seinen fast 170.000 Mitarbeitern ist derzeit gut 16 Milliarden Euro wert. „Wir freuen uns sehr über den gelungenen Wiederaufstieg in den Dax“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart nach Bekanntgabe der Ergebnisse aus Frankfurt. Die Hannoveraner stellen so etwas wie die Fahrstuhlmannschaft der deutschen Börsenlandschaft. Zweimal sind sie schon aus dem Dax herausgeflogen – und zweimal zurückgekehrt.

Am zweiten Abstieg trifft den Spezialisten für Kautschuk- und Elektronikprodukte im Auto allerdings keine Schuld. Die Übernahme durch Schaeffler vor vier Jahren sorgte damals für das Abrutschen in den Mittelwerteindex M-Dax. Seitdem hat sich der Anteil des fränkischen Familienunternehmens allerdings von 90 auf 60 Prozent reduziert. Conti erreicht also wieder einen nennenswerten Anteil frei handelbarer Aktien – ein entscheidendes Kriterium für die Aufnahme in den Dax.

Dieser sogenannte Freefloat „kann eigentlich nur zunehmen“, sagte Nord/LB-Analyst Frank Schwope. Es sei davon auszugehen, dass sich Schaeffler mittelfristig eher von weiteren Conti-Papieren trennen werde, um seinen eigenen Schuldenberg abzubauen. Die Chancen stünden also gut, dass die Hannoveraner sich diesmal auch nachhaltig im Dax festsetzen.

(mit dpa)

Dieser Artikel wurde aktualisiert.