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Deutschland / Welt Das Gas fließt durch die Ostsee
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Das Gas fließt durch die Ostsee
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14:10 08.11.2011
Bundeskanzlerin Merkel und der russische Präsident Medwedew haben am Dienstag die Ostsee-Pipeline in Betrieb genommen. Quelle: dpa
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Lubmin

Symbolisch öffneten die Politiker in einem Festakt ein Ventil für den ersten Strang der Pipeline. Nord Stream ist 1224 Kilometer lang und kostet insgesamt 7,4 Milliarden Euro. Die Leitung reicht von Wyborg in Russland bis Lubmin, teils in mehr als 200 Metern Meerestiefe. Sie hat im Endausbau eine Kapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas. Damit können rechnerisch rund 26 Millionen Haushalte versorgt werden.

Merkel und Medwedew stellten die Chancen der Partnerschaft mit der EU heraus: Russland sei ein herausragender Partner der Europäischen Union bei der Energieversorgung, sagte Merkel. Trotz aller Bemühungen zur Diversifizierung der Energiequellen würden beide Seiten auf Jahrzehnte miteinander verbunden sein. Die Pipeline sei „das größte Energieinfrastrukturprojekt unserer Zeit“ und beispielhaft für die Kooperation zwischen Russland und der EU.

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„Wir haben eine helle Zukunft vor uns“, sagte Medwedew an die Adresse der Partner. Bis 2020 könne das Importvolumen an russischem Gas in der EU auf 200 Milliarden Kubikmeter steigen. Russland baue darauf, dass Europa seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinde und keine Hindernisse errichtet würden: „Wir hoffen darauf, dass es keine künstlichen Barrieren gibt.“ Gemeinsam könnten Russland und die Europäische Union noch „viele exzellente Projekte“ auf den Weg bringen.

EU-Energie-Kommissar Günther Oettinger erklärte, künftig sollten zehn Prozent des europäischen Gasimports über die neue Leitung kommen. Derzeit importiere die EU 125 Milliarden Kubikmeter aus Russland, künftig könnten es deutlich mehr sein.

Die Ostseepipeline mache die älteren Leitungen durch die Ukraine und Weißrussland aber nicht überflüssig, auch wenn sie in keinem guten Zustand seien. Für die EU sei es wichtig, die Routen zu diversifizieren und zudem verschiedene Quellen auch in Norwegen, Algerien, Katar und Zentralasien zur Verfügung zu haben. Für Russland gebe es Chancen im EU-Binnenmarkt, versicherte Oettinger.

dpa