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Deutschland / Welt Gold glänzt nicht mehr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Gold glänzt nicht mehr
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19:23 26.12.2013
Von Albrecht Scheuermann
Gold hat in diesem Jahr schwer enttäuscht. Wer auf das Edelmetall gesetzt hat, muss herbe Einbußen verkraften. Quelle: dpa
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Hannover

Vergangene Woche rutschte der Goldpreis zeitweise unter 1190 Dollar für die Feinunze (31,1 Gramm). Dies war der niedrigste Stand seit Mitte 2010. Auch in Euro gerechnet ist der Wert mit deutlich unter 900 Euro auf das tiefste Niveau seit mehr dreieinhalb Jahren abgesackt.

Im Vergleich zum Jahresanfang ist dies ein Minus von 30 Prozent – und noch deutlich  größer fällt der Verlust für diejenigen Goldkäufer aus, die sich zum Rekordhoch von rund 1350 Euro im Herbst 2012 goldene Münzen oder Barren  in den Tresor gelegt haben. In US-Währung gerechnet hatte das Metall schon ein Jahr zuvor mit 1900 Dollar sein Allzeithoch erreicht – seitdem steht ein Verlust von rund 37 Prozent zu Buche.

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Die US-Notenbank Fed hatte vergangene Woche für zusätzlichen Druck auf die Notierung gesorgt. Offensichtlich erwarten die Marktteilnehmer, dass das angekündigte langsame Zurückfahren der Fed-Anleihenkäufe dem Edelmetall nicht guttun wird.

Auch zuletzt zeigte sich wieder ein Muster, das schon das ganze Jahr zu beobachten war: Die Aktienkurse steigen, der Goldpreis fällt. Dies dürfte nach Einschätzung von Experten damit zusammenhängen, dass die Ängste vieler Anleger um ihr Geld stark nachgelassen haben – und damit einhergehend die Risikobereitschaft wieder gestiegen ist. Im jetzt zu Ende gehenden Jahr wurde diese auch reich belohnt, denn der Aktienmarkt schließt mit einer glänzenden Bilanz.

Anders sieht es beim Gold aus. Es hatte noch bis ins Jahr 2012 hinein von seinem Ruf als Absicherung gegen alle Widrigkeiten des Finanzwesens profitiert. So hatte die Euro-Schuldenkrise zeitweise die Nachfrage nach Gold enorm angetrieben. Vor allem Privatanleger standen bei Edelmetallhändlern Schlange, um möglichen Gefahren für das Geldsystem mit Münzen und Barren im Tresor zu trotzen. Zugleich weckte die von den Zentralbanken rund um den Globus ausgelöste Geldschwemme Befürchtungen, dass es bald zu einer überbordenden Inflation kommen könnte – traditionelles Argument für den Goldkauf.

Die Sorgen haben sich aber bislang nicht erfüllt. Die Krise hat ihren Schrecken verloren, die Geldentwertung hält sich bislang in einem engen Rahmen.

Mit Prognosen tun sich die Experten heute schwer, zumal nicht wenige von ihnen eines weiteren kräftigen Preisschub beim Gold vorhergesagt hatten. Der Blick in die Vergangenheit lehrt jedenfalls, dass möglicherweise viel Geduld nötig ist. Bereits Ende der siebziger Jahre war es zu einem dramatischen Goldpreisanstieg mit Spitzenkursen von über 800 Dollar je Feinunze gekommen. Es dauerte mehr als 25 Jahre, bis solche Werte wieder erreicht wurden.

Gold zurückgeholt

Knapp 37 Tonnen Gold hat die Bundesbank 2013 aus ihren Beständen in New York und Paris an ihren Sitz in Frankfurt verlagert. Das Gold habe einen Wert von 1,1 Milliarden Euro, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der „Bild“. Die Aktion habe nichts mit angeblichen Sorgen über den Verbleib des Goldes zu tun. Er verwies vielmehr auf ein neues Lagerstättenkonzept.

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