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Deutschland / Welt Dauer-Downloader sollen mehr zahlen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Dauer-Downloader sollen mehr zahlen
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20:52 09.05.2013
Dass der Fortschritt eine Schnecke sei, wird immer wieder behauptet – die Telekom tut das Ihrige dazu: Sie will das Tempo für Downloads aus dem Internet drosseln. Quelle: dpa
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Bonn

Der Aufschlag, der noch nicht endgültig festgelegt ist, werde frühestens 2016 fällig und treffe nur wenige Prozent der DSL-Kunden. Positiver Effekt sei, dass damit die Monatsgebühren für die Normal-Internetnutzer - also 97 Prozent der Kunden - stabil bleiben dürften. „Das ist ein richtiges Ziel, zu dem wir stehen und das vernünftig ist, um unsere extrem hohen Investitionen etwas besser finanzierbar zu machen“, sagte Obermann

Der Konzern steht vor einem der größten Ausbaupläne seiner Geschichte und nimmt in den nächsten Jahren allein in Deutschland 6 Milliarden Euro in die Hand, um seine Datenleitungen aufzubohren. Bestehende DSL-Anschlüsse sollen dank einer neuen Technologie doppelt so fix werden, und gleichzeitig verbuddelt die Telekom - wenn auch gemächlich - immer mehr Glasfasern. „Das ist langfristig im Sinne aller Kunden“, sagte Obermann. Die Telekom hat nach der Ankündigung der Pläne vor einigen Wochen heftige Kritik von Internet-Aktivisten, Kunden und Politikern geerntet.

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Die Telekom ist auf dem Markt für Breitband-Markt der Platzhirsch - etwa jeder zweite Internet-Anschluss in Deutschland läuft über das Unternehmen. Deshalb hat die öffentliche Diskussion solch eine Wucht entwickelt. Deutschland-Chef Niek Jan van Damme rechtfertigte die Einführung der Tarife: „Jeder, der den Wasserhahn laufen lässt, muss auch dafür zahlen.“

Neue Einnahmequellen wie die Zusatzgebühren für Dauer-Downloader sucht die Telekom händeringend, da Umsatz und Gewinn im angestammten Telefongeschäft sinken. Ein Erfolg ist es da schon, wenn es nicht mehr ganz so rasant abwärts geht. So war es im ersten Quartal: Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) ging in den ersten drei Monaten 2013 konzernweit um mehr als 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten hier mit einem Minus von 5 Prozent gerechnet.

Im lange Zeit gebeutelten US-Geschäft gibt es dagegen neue Hoffnungsschimmer. „Die Telekom leidet erstmals seit vielen Quartalen nicht mehr unter Kundenschwund in den USA“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Zu verdanken habe die Telekom dies vor allem dem Verkaufserfolg des iPhone5 von Apple. T-Mobile USA konnte unter der eigenen Marke 3000 neue Kunden gewinnen. Das ist das erste Plus seit vier Jahren.

Dennoch muss sich Obermann auf seiner letzten Hauptversammlung als Telekom-Chef am nächsten Donnerstag auf unangenehme Fragen der Aktionäre einstellen. Der Manager verlässt das Unternehmen Ende des Jahres und gibt seinen Posten an Finanzvorstand Timotheus Höttges ab. rtr