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Deutschland / Welt Deutsche Autobauer feiern Rekordjahr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutsche Autobauer feiern Rekordjahr
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19:28 02.12.2011
Im Mercedes-Benz-Werk Rastatt laufen Modelle der neuen B-Klasse vom Band.
Im Mercedes-Benz-Werk Rastatt laufen Modelle der neuen B-Klasse vom Band. Quelle: dpa
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Berlin

Die Branche erwarte „ein hartes Arbeitsjahr“ mit „mehr Gegenwind“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Freitag in Berlin. Er sei dann zuversichtlich, „wenn es gelingt, die Finanzmärkte zu stabilisieren“. Wissmann prognostizierte Autoverkäufe auf dem Niveau des laufenden Jahres.

Auf dem Heimatmarkt wird die Branche nach Schätzung des VDA 2011 3,1 Millionen Autos und damit rund acht Prozent mehr als im Vorjahr absetzen. Die Exporte sollen um sieben Prozent auf knapp 4,6 Millionen Autos steigen. Zudem werde die Pkw-Produktion in Deutschland im laufenden Jahr mit mehr als 5,9 Millionen einen Rekord aufstellen und die Zahl der Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern auf Jahressicht um 23.600 auf 730.000 steigen. Die Umsätze der Branche sollen um 13 Prozent auf 358 Milliarden Euro zulegen - ein neuer Höchstwert.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) stieg die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im November im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 269.144 Autos. Erstmals waren darunter mit 50,2 Prozent mehr Fahrzeuge mit Dieselmotor als Benziner. Im Trend lagen Geländewagen, Großraum-Vans und die Oberklasse. Dagegen waren Kleinwagen weniger begehrt.

Auch der Gebrauchtwagenhandel habe sich im November weiter stabilisiert. Mit 568.358 Fahrzeugen wechselten drei Prozent mehr Gebrauchte den Besitzer als im Vorjahresmonat.  

Wachstum in Asien – Risiken in Europa  

Im kommenden Jahr rechnet Wissmann vor allem in Asien mit weiterem Wachstum. So solle allein der chinesische Markt um acht Prozent auf 13,2 Millionen Neuwagen wachsen, Indien solle zehn Prozent auf gut 2,9 Millionen Autos zulegen.

Auch in den USA erwartet die Branche Zuwächse. Bereits im laufenden Jahr legte der US-Automarkt kräftig zu. Die Gesamtverkäufe stiegen nach Daten des Branchendienstes Autodata im November um knapp 14 Prozent auf 994.721 Autos und leichte Nutzfahrzeuge. Auf das Jahr hochgerechnet wird nun ein Absatz von 13,6 Millionen Fahrzeugen erwartet. Das liegt zwar noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von rund 17,5 Millionen, ist aber die optimistischste Prognose seit zwei Jahren. Aktuell steigt in den USA vor allem die Nachfrage nach Pick-ups, also Pkw mit offener Ladefläche, und SUVs, also Geländelimousinen.

In Westeuropa sieht VDA-Chef Wissmann hingegen Risiken. „Sollte die Lage an den Finanzmärkten angespannt bleiben, ist auch ein leichter Rückgang vorstellbar“, sagte er. Allerdings seien die Unternehmen der Branche „flexibel genug, um einen eventuell schwächeren Westeuropa-Markt international ausgleichen zu können“. Im laufenden Jahr liegt die Exportquote für deutsche Autos nach VDA-Angaben bei 77 Prozent. Dabei gehe weniger als ein Drittel der Ausfuhren in Euro-Staaten.

dapd/frs