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Deutschland / Welt Deutsche Autobauer hängen die Konkurrenz ab
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutsche Autobauer hängen die Konkurrenz ab
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09:17 12.04.2012
Foto: VW verkaufte in diesem Jahr weltweit bereits 1,36 Millionen Autos.
VW verkaufte in diesem Jahr weltweit bereits 1,36 Millionen Autos. Quelle: VW
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Auch Daimler und BMW stehen in einer Rangliste der Unternehmensberatung Ernst & Young weit vorn, die den deutschen Herstellern eine „extrem gute Verfassung“ bescheinigt. Allein Hyundai halte bei Wachstum und Rendite mit: „Die deutschen und koreanischen Autokonzerne geben derzeit eindeutig den Takt vor“, sagte E&Y-Experte Peter Fuß.

Daran scheint sich in diesem Jahr nichts zu ändern. Während viele Marken unter der schwachen Nachfrage in Europa leiden, berichtete VW gestern von einem Verkaufsrekord – dank des Wachstums in Amerika und Asien. In den ersten drei Monaten verkaufte der Konzern weltweit 1,36 Millionen Autos, rund zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch BMW und Mercedes berichteteten von starkem Wachstum. Damit beginnt 2012 besser als befürchtet.

Bei VW richtet man sich zudem wegen anstehender Modellwechsel auf Arbeit in den Werksferien ein. Sowohl im Wolfsburger Stammwerk als auch in der hannoverschen Nutzfahrzeugfabrik muss ein Teil der Belegschaft im Ende Juli beginnenden VW-Urlaub durcharbeiten. In Wolfsburg sollen rund 2000 Mitarbeiter an Bord bleiben, um den Produktionsanlauf der neuen Golf-Generation vorzubereiten. In Hannover startet die Fertigung des Pritschenwagens Amarok, der von hier aus vor allem in Europa verkauft werden soll. Rund 1200 Mitarbeiter seien dafür erforderlich, sagte ein Sprecher.

Das Tempo des vergangenen Jahres wird VW aber kaum halten können. Nach einem Umsatzsprung um ein Viertel lag VW mit 159 Milliarden Euro erstmals knapp vor dem durch Katastrophen in Japan und Thailand hart getroffenen Konkurrenten Toyota. General Motors baut zwar so viele Autos wie kein anderer, liegt beim Umsatz aber mit deutlichem Abstand auf Platz drei – es fehle an teureren Angeboten in der Oberklasse und bei Lkw, erklärten die E&Y-Experten.

Einen anderen Spitzenplatz belegt BMW: Die Bayern sind der rentabelste Großserienhersteller der Welt, verdienen also pro Auto das meiste Geld. Hier bekommt VW allerdings einen herben Dämpfer: Nicht nur die Nobelmarken BMW und Daimler arbeiten rentabler, sondern auch die koreanischen Schwestermarken Hyundai und Kia. Nur die größere Stückzahl und ein Sondereffekt bringen VW beim Gesamtgewinn wieder nach vorn. Peter Fuß hat keinen Zweifel: Für anstehende Herausforderungen sei „kaum jemand besser gewappnet als die deutschen Hersteller“.

Stefan Winter/Lars Ruzic

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