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Deutschland / Welt Deutsche Autobranche glaubt nicht an Rezession
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09:17 14.09.2011
Von Stefan Winter
Eine Branche feiert sich selbst – auch Promis wie Sebastian Vettel ließ sich auf das IAA neue Modelle zeigen. Quelle: dpa
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Frankfurt/Hannover

Die meisten haben ein Glanzjahr hinter sich, und eigentlich glauben sie, dass es nicht viel schlechter weitergehen wird, aber ohne Einschränkung mag das niemand mehr sagen. Man habe ja gesehen, wie Probleme am Finanzmarkt über Nacht zur Wirtschaftskrise führten, erklärt Porsche-Chef Matthias Müller – und sagt seiner Marke dennoch Wachstum voraus.

Das tut auch Daimler-Chef Dieter Zetsche, der allerdings eine Abschwächung erwartet. Trüber ist die Stimmung am anderen Ende der Preisskala. Fiat-Chef Sergio Marchionne findet schon 2011 „schwierig“, und auch 2012 werde „nicht großartig“, wenn das Finanzsystem weiter wackle. Philippe Varin, Chef von PSA Peugeot Citroën, kündigt ein Sparprogramm und Stellenstreichungen an.

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Das ist dem VW-Konzern im Moment fremd. In einigen Regionen käme eine Abkühlung sogar gelegen, sagt Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch – die Fabriken könnten ja nicht ewig mit 120 Prozent ihrer Kapazität laufen. Einen Einbruch auf breiter Front erwartet er jedoch nicht. In Südeuropa werde sich die Nachfrage abschwächen, aber in Südamerika und China sei die Entwicklung weiter sehr stark. Nicht umsonst hat VW die Spitzen des chinesischen Autoindustrieverbands und des dortigen Partners Saic als Ehrengäste geladen. Auf China setzen alle, der Markt soll Stabilität bringen, falls andere doch noch wegbrechen.

Die chinesischen Gäste werden viel sehen, was ihnen gefällt, denn die Trends dieser IAA passen – Zufall oder nicht – zu den Bedürfnissen der chinesischen Kundschaft. Es gibt viel alternative Antriebe zu sehen, von den diversen Schattierungen des Hybrid über Gasmotoren bis zum reinen E-Antrieb. Und es gibt viel Alltägliches zu sehen – neue Kleinwagen wie den in Frankfurt allgegenwärtigen VW Up mit seinen aufgefrischten Konkurrenten Fiat Panda und Renault Twingo oder Familienautos wie den neuen Opel Zafira Tourer.

Natürlich braucht es auch auf dieser IAA ein bisschen PS-Protzerei, aber die einschlägigen Schaustücke sind – mit Ausnahme des Porsche 911 – nicht wirklich neu.

Vor vier Jahren wurde die Messe mitten in einer Klimadebatte eilig „grün“ angepinselt, vor zwei Jahren zeigte sie eine Branche in der Krise. Dies sei endlich wieder eine „normale“ IAA, sagte ein Branchenkenner in Frankfurt. Das könnte allerdings jene enttäuschen,

die von dieser Messe die große Elektrorevolution erwartet haben. Zwar zeigt jeder Hersteller seine nächsten Schritte auf diesem Weg, aber die meisten kennt man. Und die eigens diesem Thema gewidmete Halle gehört nicht zu den spannendsten der IAA.

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