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Deutschland / Welt Deutsche Bahn spart offenbar bei ICE-Wartung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutsche Bahn spart offenbar bei ICE-Wartung
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17:24 14.01.2010
Probleme mit den Bremsen: Laut dem ARD-Magazin "Kontraste" ist die Wartung der ICE-Flotte unzureichend. Quelle: ap
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Die derzeitigen Verspätungen und Zugausfälle bei der Deutschen Bahn sind einem Magazinbericht zufolge vor allem auf eine unzureichende Wartung und nicht aufs Wetter zurückzuführen. Bei den ICE-Zügen hätten Kurzschlüsse an den Zugunterseiten zu massenweisen Ausfällen geführt, berichtete das ARD-Magazin „Kontraste“ unter Berufung auf Bahn-Kreise. Ein Sprecher der Bahn wies den Bericht als „blanken Unsinn“ zurück.

„Kontraste“ berichtete unter Berufung auf die Unternehmenskreise, die Ausfälle hätten durch eine bessere Wartung der Züge verhindert werden können. Die Bahn hingegen begründet die Ausfälle und Verspätungen mit der „extremen Witterung“ mit „Minusgraden, Eisregen und starken Schneeverwehungen“. Zudem habe es Netzstörungen etwa durch eingefrorene Weichen gegeben, wodurch die vorgeschriebene Wartung teilweise weiter verzögert worden sei.

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Das Magazin berichtete unter Berufung auf ihm vorliegende Unterlagen weiter, die ICE-Züge rollten teils mit defekten und deshalb ausgeschalteten Bremsen über die Schienen. Aus diesem Grund reduziere die Bahn die Geschwindigkeit der betroffenen Züge, was wiederum zahlreiche Verspätungen zur Folge habe. Mitarbeiter in den Reparaturwerken der Bahn klagten über zu wenig Personal und fehlende Ersatzzüge, berichtete „Kontraste“.

Derweil hat die Deutsche Bahn angekündigt, in Zukunft für mehr Kunden Fahrkarten zu günstigen Sonderpreisen anbieten zu wollen. Der Konzern habe die Anzahl der Fahrkarten bei Sparangeboten wie dem „Dauer Spezial“ erhöht, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag dem Hessischen Rundfunk. Mit dem Dauer Spezial können Bahn-Kunden bei frühzeitiger Buchung ab 29 Euro im Fernverkehr in andere Städte fahren.

Keine Entscheidung sei bislang über eine mögliche Fahrpreiserhöhung in diesem Jahr gefallen, sagte Grube. „Das gucken wir uns im September an.“ Die Bahn hatte in den vergangenen Jahren jeweils im Dezember zum Fahrplanwechsel die Preise für ihre Fahrkarten angehoben. 2009 machte der Konzern die Fahrkarten im Schnitt um 1,8 Prozent teurer.

Grube kritisierte den von seinem umstrittenen Vorgänger Hartmut Mehdorn geplanten Bedienzuschlag für den Kauf von Fahrkarten am Schalter, der letztlich aber doch nicht eingeführt wurde. „Ich halte das für den größten Schwachsinn“, sagte Grube dem Sender. Mehdorn wollte von Bahn-Kunden beim Fahrkartenkauf am Schalter eine Gebühr von 2,50 Euro verlangen. Nach heftiger Kritik insbesondere von Fahrgastverbänden und aus der Politik ließ die Bahn das Vorhaben aber fallen.

afp