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Deutschland / Welt Deutsche Bahn will weniger Anglizismen benutzen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutsche Bahn will weniger Anglizismen benutzen
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21:06 16.02.2010
Die Duetsche Bahn will sich von zahlreichen Anglizismen trennen. Quelle: ap
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Die Deutsche Bahn will in Zukunft sparsamer mit Begriffen in englischer Sprache umgehen. Dies habe Bahn-Chef Rüdiger Grube in einem Schreiben an den bayerischen Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken (CSU) erklärt, sagte ein Bahn-Sprecher am Dienstag in Berlin. Anstatt „Counter“ nutze der Konzern mittlerweile wieder den Begriff „Schalter“, statt „Hotline“ etwa „Service-Rufnummer“ und anstelle von „Flyer“ sage man „Broschüre“.

Auslöser dafür sei nicht der Briefkontakt mit dem Abgeordneten gewesen, der Vorgang sei dadurch lediglich öffentlich geworden. Der Konzern bemühe sich schon länger darum, auf deutsche Begriffe zu setzen. Ziel sei es, „eine maximale Verständlichkeit gegenüber unseren Kunden zu erreichen“, sagte der Bahn-Sprecher. Einige eingebürgerte Begriff englischer Herkunft würden aber auch in Zukunft bleiben. Beispielsweise werde die viel genutzte Bahncard auch in Zukunft ihren Namen behalten, ebenso die Intercity-Züge. Auch „Call a bike“ sei eine solche Ausnahme, werde jedoch mit dem Zusatz „das Mietrad-Angebot der Deutschen Bahn“ ergänzt. Daneben werde es wegen der vielen Fahrgäste aus anderen Ländern in Fernverkehrszügen auch weiterhin Durchsagen auf Englisch geben.

Hintergrund des Briefwechsels zwischen Grube und dem Straubinger Bundestagsabgeordneten ist eine Diskussion um eine Kurzparkzone am Bahnhof in der bayerischen Stadt. Diese trug die laut Bahn-Sprecher „international gängige“ Bezeichnung „Kiss & Ride“ – zu Deutsch etwa: „küssen und wegfahren“. Ein Lehrer vor Ort war über die Verwendung des Begriffs verärgert und wandte sich deswegen an Hinsken. Der Abgeordnete leitete die Beschwerde direkt in die Führungsetage der Bahn mit der Frage weiter, ob der Konzern keine deutschen Begriffe verwenden könne. Die Bahn hatte viele englische Begriff in ihrer Kundenkommunikation eingeführt. Der frühere Konzernchef Hartmut Mehdorn war 2007 von einem Verein sogar zum „Sprachpanscher des Jahres“ erklärt worden.

afp