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Deutschland / Welt Deutsche Bank plant milliardenschwere Kapitalerhöhung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Deutsche Bank plant milliardenschwere Kapitalerhöhung
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09:27 10.09.2010
Branchenkenner erwarten, dass die Deutsche Bank die Mittel auch für die Mehrheitsübernahme der Postbank verwendet. Quelle: dpa
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Die Deutsche Bank steht laut Zeitungsberichten kurz vor einer milliardenschweren Kapitalerhöhung. Die Frankfurter würden wahrscheinlich am kommenden Montag die Maßnahme im Volumen von acht bis neun Milliarden Euro bekanntgeben, berichteten die „Financial Times“, das „Wall Street Journal“ und das „Handelsblatt“ am Freitag unter Berufung auf Kreise. Es wird erwartet, dass die Deutsche Bank die Mittel auch für die Mehrheitsübernahme der Postbank verwendet. Das Kreditinstitut wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

An der Börse kam die Spekulationen nicht gut an. Im späten Parketthandel schlossen die Titel der Deutschen Bank bei 47,48 Euro. Im Vergleich zum Schlussstand des Xetra-Handels war das ein satter Abschlag von 5,08 Prozent. Titel der Postbank hingegen legten um 4,61 Prozent auf 27,00 Euro zu. Die Geschichte sei zwar nicht neu, sagte ein Börsianer am Morgen. Das Volumen der Kapitalerhöhung sei aber riesig.

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Derzeit hält die Deutsche Bank knapp 30 Prozent an der Postbank. Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter mit dem zweiten Postbank- Großaktionär, der Deutschen Post, aber bereits die Mehrheitsübernahme vereinbart. Die Deutsche Bank zeichnete damals eine Pflichtwandelanleihe, die im Februar 2012 in 60 Millionen Postbank- Aktien eingetauscht werden könnte. Der Wandelkurs wurde bei 45 Euro festgesetzt. Aktuell notiert die Postbank-Aktie aber nur bei 26 Euro. Ein freiwilliges Angebot für den Post-Anteil von rund 27,4 Prozent zum aktuellen Zeitpunkt wäre deshalb deutlich günstiger.

Außerdem braucht die Deutsche Bank wie jedes andere Institut Geld, um die zu erwartenden höheren Kapitalanforderungen der Regierungen („Basel III“) zu erfüllen. Auch hier spielt die Postbank-Übernahme eine Rolle, denn das auf Privatkunden spezialisierte Institut hatte den europäischen Banken-Stresstest nur knapp bestanden. Die Kernkapitalquote von 6,6 Prozent hatte nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert gelegen.

dpa/afp