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Deutschland / Welt Deutsche Wirtschaft 2011 um 3,0 Prozent gewachsen
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11:08 11.01.2012
Die deutsche Wirtschaft, hat 2011 der Krise getrotzt. Quelle: dpa
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Wiesbaden

Die deutsche Wirtschaft trotzt mit einem der besten Jahresergebnisse seit der Wiedervereinigung der Krise im Euroraum. Vor allem die Kauflust der Verbraucher und kräftige Investitionen im Inland sorgten beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 im zweiten Jahr in Folge für eine Drei vor dem Komma. 3,0 Prozent Wachstum errechnete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten. Mit diesem Wirtschaftswachstum liegt das Jahr in der Zeitreihe seit 1990 im oberen Drittel. Das vierte Quartal brachte jedoch den ersten Dämpfer seit langem.

„Die konjunkturelle Erholung hat sich auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise fortgesetzt“, bilanzierte der Präsident des Bundesamtes, Roderich Egeler, am Mittwoch in Wiesbaden das vergangene Jahr. Deutschland liege nach ersten Schätzungen in der Spitzengruppe der europäischen Staaten. Auch die Kassenlage des Staates verbesserte sich 2011 deutlich. Für das Jahr 2012 rechnet die Behörde mit einer „gewissen Robustheit der konjunkturellen Entwicklung“ in Deutschland.

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Im vierten Quartal gab es allerdings erstmals seit dem Jahresauftakt 2009 kein Wachstum im Vergleich zum Vorquartal. Stattdessen bremsten die Euro-Schuldenkrise und der weltweite Konjunkturabschwung die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2011 aus.

Nach ersten vorläufigen Schätzungen des Bundesamtes ging das BIP preis-, saison- und kalenderbereinigt in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres leicht zurück, „schätzungsweise um 0,25 Prozent“. Volkswirte rechnen mit einem weiteren Abschwung 2012 und befürchten den Absturz in eine Rezession. Im dritten Quartal (plus 0,5 Prozent) hatte das BIP im Vergleich zum Vorquartal ebenso zugelegt wie im zweiten (plus 0,3) und im ersten Vierteljahr 2011 (plus 1,3).

Im Gesamtjahr 2011 zehrte Deutschland vor allem von einem starken ersten Halbjahr. Der Außenhandel zeigte sich dynamisch, der Außenbeitrag trug 0,8 (Vorjahr: 1,5) Prozentpunkte zum BIP bei. Wachstumsmotor war anders als in früheren Jahren die Binnennachfrage. Die privaten Konsumausgaben legten so stark zu wie zuletzt vor fünf Jahren: preisbereinigt um 1,5 (0,6) Prozent. Staat und Unternehmen investierten in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge deutliche 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Baugewerbe wuchs die Wirtschaftsleistung so stark wie seit 17 Jahren nicht mehr: Zum Vorjahr ergab sich ein reales Plus von 3,5 Prozent - auch, weil witterungsbedingt aufgeschobene Projekte nachgeholt wurden.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt von der Rekordzahl von 41,1 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Die Zahl der Erwerbslosen ging nach Schätzungen um 446.000 auf 2,5 Millionen zurück. Nach Berechnungen des Bundesamtes verdiente ein durchschnittlicher Arbeitnehmer brutto 3,5 Prozent und netto 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Bruttolöhnen pro Kopf sei das der stärkste Anstieg seit 1993.

Im Jahr 2010 hatte die Wirtschaft um 3,7 Prozent zugelegt, das Krisenjahr 2009 hatte Deutschland mit einem Minus von 5,1 Prozent die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gebracht. Für 2012 rechnen Volkswirte im Schnitt allenfalls mit einem Plus von 0,5 Prozent.
Dank der guten Konjunktur verbesserte sich die Kassenlage Deutschlands deutlich. Das Staatsdefizit belief sich auf 1,0 Prozent des BIP. Damit wird erstmals seit drei Jahren wieder die Obergrenze des EU-Stabilitätspaktes eingehalten. Die europäischen Regeln erlauben höchstens 3,0 Prozent Defizit. In den Jahren 2009 (3,2 Prozent) und 2010 (4,3 Prozent) hatte Deutschland dagegen verstoßen.
Unter dem Strich stand für das vergangene Jahr ein Fehlbetrag von 26,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr belief sich der Finanzierungssaldo von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung auf minus 105,86 Milliarden Euro. Während Bund und Länder ihre enormes Defizit aus dem Jahr 2010 senkten, erwirtschafteten Gemeinden einen kleinen und Sozialversicherungen sogar einen erheblichen Überschuss.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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