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Deutschland / Welt Deutsche meiden Griechenland
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19:37 15.06.2012
Von Jens Heitmann
Eine einsame deutsche Touristin sitzt am Strand von Kyllini. Quelle: dpa
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Hannover

Je nach Nachrichtenlage schwanke die Nachfrage deutlich: „Selten wurden Buchungsentscheidungen für oder gegen ein Urlaubsland so emotional und irrational getroffen.“ Die TUI ist der Marktführer in Griechenland - kein anderer Reiseveranstalter bringt mehr Gäste ins Land. Bereits im Frühjahr hatte man die Preise für Urlaube im Land pauschal um 10 Prozent gesenkt. „Rational spricht nichts gegen einen Urlaub in Hellas - sondern vieles dafür“, sagte Böttcher. Die Preise bei den Veranstaltern seien so attraktiv wie lange nicht; die Nebenkosten vor Ort fielen vergleichsweise gering aus. Die Auswirkungen von Streiks seien in den touristischen Zentren kaum zu spüren „und jeder Gast wird derzeit auf Händen getragen“, erklärte Böttcher. Der Tourismus macht in Griechenland rund 20 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Abgesehen von Griechenland ist man bei TUI Deutschland mit der Buchungslage in der laufenden Sommersaison zufrieden. Der Umsatz liegt um 4 Prozent höher als 2011. „Dies ist in Anbetracht des starken Vorjahres mit einem Plus von 11 Prozent ein guter Wert“, sagte Böttcher. Getragen werde der Zuwachs vor allem von eigenen und margenstarken Hotelkonzepten. 60 Prozent der Gäste buchten heute bereits ein TUI-exklusives Haus - in der Saison 2014/15 sollen es acht von zehn Kunden sein, die ihren Urlaub in einem dieser Häuser verbringen.

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Wegen des aktuell stabilen Konsumklimas ist man bei TUI-Deutschland auch mit Blick auf das Geschäft in den verbleibenden Wochen optimistisch. Der Verlauf des Sommers ist für Reiseveranstalter besonders wichtig- hier erwirtschaften sie zwei Drittel des Umsatzes.

Für die kommende Wintersaison verspricht die TUI ihren Kunden weitestgehend stabile Preise - auch dank „intensiver Verhandlungen“ mit den Hoteliers, wie Böttcher betonte. Nur Fernreisen würden durchschnittlich um 2 Prozent teurer, verantwortlich dafür sei der Anstieg des Dollar-Kurses. In diesem Sommer sind den Angaben zufolge besonders Reisen nach Thailand, auf die Seychellen, die Malediven sowie in die Arabischen Emirate gefragt. Zweistellige Zuwachsraten verzeichneten zudem Reisen nach Mexiko und in die Dominikanische Republik - das USA-Geschäft habe sogar um mehr als 60 Prozent zugelegt.