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12:08 18.06.2014
In Deutschland droht nach Einschätzung des Ausschusses für Finanzstabilität derzeit keine Immobilienblase in Folge der Niedrigzinsen. Quelle: dpa
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Berlin

In Deutschland droht wegen der niedrigen Zinsen nach Einschätzung des Ausschusses für Finanzstabilität derzeit keine Immobilienblase. Bisher sei noch keine Spirale aus Preiserhöhungen, steigender Verschuldung und Lockerung der Kreditbedingungen festzustellen, schreiben die Stabilitätswächter in ihrem ersten Bericht an den Bundestag. Der Ausschuss werde die Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes jedoch weiterhin sorgfältig beobachten. Dem Gremium gehören die Spitzen des Finanzministeriums, der Bundesbank sowie der Aufsicht Bafin an. Damit soll früher sowie schlagkräftiger auf Fehlentwicklungen reagiert werden.

In dem am Mittwoch in Berlin bekanntgewordenen Jahresbericht für den Zeitraum bis Ende März 2014 verweist der Ausschuss auf „eine Reihe akuter und latenter Risiken“. Dazu gehöre auch die international „zunehmende Bedeutung von Schattenbanken“. Hinzu kämen Ausfall- und Ansteckungsrisiken aus der europäischen Schuldenkrise. Das Niedrigzinsumfeld verschärfe auch die Ertragsschwäche von Banken. „Großzügige finanzielle Rahmenbedingungen können generell den Nährboden für den Aufbau von Finanzstabilitätsrisiken am Wohnimmobilienmarkt bilden“, stellt der 2013 gestartete Ausschusses fest. Günstige Finanzierungsbedingungen und die gute Konjunktur hätten zu dynamischen Preissteigerungen beigetragen.

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Die seit 2010 in Städten zu beobachtende allgemeine Preisdynamik habe sich verfestigt, aber nicht weiter beschleunigt. Das Wachstum der Wohnungsbaukredite an Privathaushalte habe sich ähnlich moderat entwickelt wie das der Immobilienkredite an inländische Unternehmen. Insgesamt gebe es noch keine destabilisierende Dynamik.

Mehr Risikobereitschaft wegen niedriger Rendite

Kürzlich hatte der Ausschuss die Lebensversicherer zu mehr Vorsorge gegen Risiken und zur Kapitalstärkung aufgefordert. Im Bankensystem gebe es erhöhte Ausfallrisiken in Sektoren, in denen es zuvor Marktübertreibungen gegeben habe: „Dies galt insbesondere für Engagements in Schiffskrediten, ausländischen Gewerbeimmobilien sowie in bestimmten ausfallgefährdeten Verbriefungen.“ Die Erträge deutscher Banken hätten auch 2013 unter Druck gestanden. Das Niedrigzinsumfeld und die hohe Liquiditätsversorgung durch Notenbanken lieferten Anreize, auf der Suche nach Rendite höhere Risiken einzugehen. „Bei den deutschen Banken gab es (...) kaum Hinweise auf eine ausgeprägte Renditesuche an den Finanzmärkten unter Inkaufnahme erhöhter Risiken“, stellt der Ausschuss klar.

Das Schattenbankensystem sei in Deutschland aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen im internationalen Vergleich relativ klein. Unter Schattenbanken versteht man Finanzakteure, die ähnliche Funktionen wie Banken erfüllen - aber im Gegensatz dazu fast keiner Kontrolle unterliegen. Im Bericht heißt es weiter: „Eine aufgrund erhöhter Regulierungsanforderungen zu erwartende Verlagerung von Aktivitäten aus dem Banken- ins Schattenbankensystem konnte hierzulande bisher nicht in nennenswertem Umfang beobachtet werden.“ Die Forderungen deutscher Banken gegenüber ausländischen Schattenbanken seien zwischen September 2008 und März 2014 von 370 Milliarden Euro auf 219 Milliarden Euro gesunken.

Allerdings seien mögliche Auswirkungen ausländischer Schattenbanken im Auge zu behalten. Die zunehmende Diversifizierung der Finanzierungskanäle und Akteure lasse den Schluss zu, dass diese künftig weiter an Bedeutung gewinnen dürften. Von den Märkten für außerbörslich gehandelte Derivate („Over-the-Counter“/OTC) gingen im Berichtszeitraum nach wie vor Ansteckungsrisiken aus.

dpa

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