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Deutschland / Welt Die Piëchs sichern ihre Macht bei VW
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Die Piëchs sichern ihre Macht bei VW
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10:55 20.04.2012
Von Stefan Winter
Foto: Ferdinand Piech und seine Frau Ursula sitzen nun gemeinsam im VW-Aufsichtsrat.
Ferdinand Piech und seine Frau Ursula sitzen nun gemeinsam im VW-Aufsichtsrat. Quelle: dpa (Archivfoto)
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Hamburg

Die VW-Aktionäre haben Ursula Piëch einen leichten Start beschert. Die meisten Redner auf der Hauptversammlung begrüßten gestern ihren Einzug in den Aufsichtsrat. An der Wahl der Ehefrau Ferdinand Piëchs gab es keinen Zweifel: Die drei Großaktionäre Porsche, Niedersachsen und Katar kontrollieren 90 Prozent der Stimmrechte. Ursula Piëch erhielt eine Zustimmung von knapp 98,5 Prozent und nimmt im Gremium den Platz von TUI-Chef Michael Frenzel ein.

Nach einem Rekordjahr fehlte es an Konfliktpunkten. Die Urteile über die Geschäftslage reichten von „ganz, ganz hervorragend“ bis „fulminant“. Gemessen daran sei allerdings die auf 3,06 Euro je Vorzugsaktie erhöhte Dividende erheblich zu niedrig, kritisierten die Vertreter der Aktionärsverbände DSW und SdK. Kritik an den hohen Vorstandseinkommen gab es nur vereinzelt.

Kurze Unruhe brachten Greenpeace-Aktivisten, die mit einem Transparent im Saal mehr VW-Engagement für Verbrauchssenkung und Klimaschutz forderten. Der Konzern sieht sich hier an der Spitze der Branche und sprach von einer „sinnlosen und fragwürdigen Aktion“.

Ursula Piëch, seit 1984 mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden verheiratet, präsentierte sich in einer kurzen Vorstellungsrede als langjährige Kennerin des Konzerns. Sie nimmt seit Jahren an den Hauptversammlungen teil und ist bei vielen Konzernveranstaltungen präsent. Ursula Piëch betonte die Verantwortung für die Arbeitsplätze und berichtete von ihren früheren Erfahrungen als Erzieherin, die mit den Folgen von Arbeitslosigkeit in den Familien konfrontiert war. Die Unternehmenskrise im Jahr 1993, als rund 20.000 VW-Stellen auf dem Spiel standen, habe sie „hautnah erlebt“ – Ferdinand Piëch übernahm damals gerade die Konzernführung. Der quittierte den Auftritt als Versammlungsleiter: „Danke, Ursula.“

Allerdings kritisierten mehrere Redner die Übermacht der drei Großaktionäre im Aufsichtsrat – sie stellen jetzt neun von zehn Arbeitgebervertretern, fünf von ihnen tragen die Namen Porsche oder Piëch. Die SdK stimmte deshalb gegen die Wahl Ursula Piëchs – lobte sie aber als „eine der besten VW-Kennerinnen“. Die Kollegen von der DSW wählten die neue Aufsichtsrätin, weil sie „als designierte Verwalterin des Piëch-Vermögens die geeignete Person“ für diese Rolle sei. Auch bei der Wiederwahl Ferdinand Piëchs schob DSW-Sprecher Ulrich Hocker seine Bedenken beiseite. Der Vorsitzende wird am Ende seiner neuen Amtszeit bereits 80 Jahre alt sein, aber der Konzern brauche Stabilität.

Der Anwalt Martin Weimann nahm erneut die Interessenkonflikte Piëchs und der Vorstände Martin Winterkorn und Hans Dieter Pötsch in ihren Doppelrollen bei VW und Porsche aufs Korn. Weimann sieht wegen möglicher Schadensersatzforderungen erhebliche Risiken auf den Konzern zukommen.

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