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Deutschland / Welt Gurkenernte 2.0
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Gurkenernte 2.0
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08:55 05.08.2013
Ein Erntehelfer schüttet auf einem Gurkenflieger des Spreewaldbauern Riecken nahe Vetschau (Brandenburg) Einlegegurken in große Transportkisten. Quelle: dpa / Archiv
Potsdam/Golßen

Die Ernte der Spreewaldgurken ist anstrengend und kostenintensiv. Etwa 3500 Saisonarbeiter, meist aus Polen und Rumänien, sind bei Wind und Wetter auf "Gurkenfliegern" unterwegs. Die Männer und Frauen liegen bäuchlings auf Matratzen, Kissen oder Decken auf den breiten Auslegern dieser Maschinen, die von Traktoren über die Felder gezogen werden. Jetzt soll eine vollmechanische Maschine die Gurkenernte revolutionieren sowie den großen Personaleinsatz und damit die hohen Kosten verringern.

Der Prototyp soll an diesem Montag im Gurkenhof Frehn im Golßener Ortsteil Steinreich (Dahme-Spreewald) dem Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) vorgestellt werden. Die Gurkenvollerntemaschine ist nicht etwa neu erfunden worden, sondern ein Tomatenvollernter wurde in vierjähriger Arbeit umgebaut. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Leibnitz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB).

"Mit dem Einsatz der vollmechanisierten Maschine ändert sich die Erntemethode", erläutert der Inhaber des Agrarbetriebes, Karl-Heinz Frehn. "Bisher bleiben die Gurkenpflanzen im Boden, aber die neue Maschine reißt sie bei der Ernte heraus." Das Gemüse wird automatisch abgetrennt, die Zahl der Pflückdurchgänge halbiert. "Die Entwicklungskosten beliefen sich auf etwa 750 000 Euro, davon sind die Hälfte Fördermittel vom Land und von der EU", sagt Frehn.

Er nutzt auf seinen 80 Hektar großen Feldern auch zwölf Gurkenflieger mit 480 Helfern. "Neben dem Fahrer sind auf dem Gurkenvollernter nur noch zwei Verlesekräfte im Einsatz, die Steine und Erdklumpen von den geernteten Gurken trennen", sagt Frehn. Während die Gurkenflieger an mehreren Tagen unterwegs sind, um die nachwachsenden Einlegegurken zu ernten, kann die neue Maschine nur einmal fahren.

Sie muss also so viele Gurken wie möglich in guter Qualität ernten, um wirtschaftlich zu sein. Bisher sei die Mechanisierung der Ernte bei anderen Gemüsearten wie Erbsen, Bohnen, Spinat und Möhren in Brandenburg schon gut vorwärts gekommen, sagt Jörg Lübcke vom Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft. "Weil die Gurkenernte wegen der vielen Saisonkräfte hohe Kosten verursacht, steigt auch hier der Druck zur Automatisierung."

Hinzu komme die Diskussion um Mindestlöhne, deren Einführung die Arbeitskosten in der Branche weiter erhöhen würde. Technisch funktioniere der Prototyp des Gurkenvollernters schon gut, auch wenn noch eine Nachlese wie bei der Kartoffelernte erforderlich sei, bemerkt Frehn. "Wir brauchen aber noch ein paar Jahre, bis geeignetes Gurkensaatgut gezüchtet wird."

Für die Ernte mit der Maschine brauche man nämlich solche Pflanzen, die alle auf einmal abgeerntet werden können. Jährlich werden im gesamten Spreewald rund 40 000 Tonnen Gurken von den Feldern geholt, um als Frischware oder in Gläsern und Konserven der Marke "Spreewälder Gurken" auf den Markt zu kommen. Derzeit ist Halbzeit bei der Ernte.

dpa

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