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Deutschland / Welt Die alte Eon heißt künftig Uniper
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Die alte Eon heißt künftig Uniper
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00:25 30.04.2015
Von Jens Heitmann
Foto: Alte Energien, alter Sitz: Die Sparte mit der herkömmlichen Stromerzeugung bleibt in Düsseldorf.
Alte Energien, alter Sitz: Die Sparte mit der herkömmlichen Stromerzeugung bleibt in Düsseldorf. Quelle: dpa
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Hannover

„Uniper ist ein hervorragender Name für die neue Gesellschaft“, erklärte Vorstandschef Johannes Teyssen am Montag. Mit dem Umbau des Unternehmens reagiert das Management auf die Folgen der Energiewende. Mitte März hatte Eon einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro verkündet. Neben Abschreibungen auf Investitionen im Ausland war dafür vor allem der Wandel des deutschen Marktes verantwortlich: Weil immer mehr Windkraft- und Solaranlagen Strom ins Netz einspeisen, sinken die Preise und die Einsatzzeiten der Kraftwerke von Großversorgern wie Eon und RWE.

Die Führung des Konzerns glaubt, dass sich die einzelnen Geschäftsbereiche besser entwickeln können, wenn sie nicht länger unter einem Konzerndach gebündelt sind. Unter dem Namen Uniper sollen 20 000 Beschäftigte für die Stromerzeugung aus Atomkraft, Kohle und Gas zusammengezogen werden. Ihre Führung residiert künftig in der früheren Ruhrgas-Zentrale in Essen, die der Konzern dort vor wenigen Jahren für knapp 200 Millionen Euro neu errichtet hat. Chef von Uniper wird der bisherige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer, an der Spitze von Eon mit künftig 40 000 Beschäftigten steht auch weiterhin Teyssen.

Wie sich die Aufspaltung des Konzerns auf den Standort Hannover auswirkt, erscheint noch unklar. Die Landeshauptstadt bleibe die Zentrale für „Kernenergie und IT-Dienstleistungen“, teilte Eon mit. Noch werden jedoch auch die konventionellen Kraftwerke aus Hannover gesteuert. Ursprünglich wollte Eon die Ökosparte mit den Kohle- und Gasmeilern in Essen zusammenlegen, um Synergien zu nutzen. Die Aufspaltung des Konzerns machte dieses Konzept zur Makulatur.

Im Herbst hatte Eon die 300 hannoverschen Mitarbeiter der konventionellen Kraftwerksparte aufgefordert, entweder das Unternehmen zu verlassen oder nach Essen zu wechseln, das damals noch nicht als künftige Zentrale für den Ökobereich ausgerufen war. Wie viele Beschäftigte mittlerweile ins Ruhrgebiet gezogen seien, könne man derzeit nicht sagen, erklärte ein Unternehmenssprecher gestern Abend. Dass sie künftig vielleicht in Düsseldorf statt in Essen arbeiten müssten, sei aber kein großes Problem: „Die Städte liegen ja vergleichsweise eng beieinander.“

Noch beschäftigt Eon in Hannover an den beiden Standorten Mühlenberg und im ehemaligen Hastra-Gebäude etwa 1300 Menschen. Künftig werde der Standort der alten Preussenelektra-Zentrale in den getrennten Reichen von Eon und Uniper an Bedeutung verlieren, heißt es.

AKW länger am Netz

Noch Brennstoff übrig: Das Atomkraftwerk im bayerischen Grafen­rheinfeld soll etwas länger am Netz bleiben als vorgesehen. Weil nach dem warmen Winter die „Restverfügbarkeit an Kernbrennstoff“ höher sei als berechnet, solle das AKW voraussichtlich bis in die „zweite Junihälfte 2015“ betrieben werden, teilte Eon mit. Ursprünglich wollte der Enbergiekonzern den Betrieb bereits Ende Mai einstellen.

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Zunächst klang die Idee noch gewagt. Der Staat solle die Energiekonzerne für die teure Atomentsorgung doch zur Kasse bitten, solange sie noch zahlen könnten, hieß es vor einigen Monaten – eines Tages seien sie vielleicht pleite. Wie nah diese Möglichkeit ist, zeigt der radikale Bruch, den e.on nun vollziehen will, um in einer neuen Welt zu über­leben. Eine Analyse von Stefan Winter.

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