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Deutschland / Welt Dieser Bahn-Konkurrent hält ab heute in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Dieser Bahn-Konkurrent hält ab heute in Hannover
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13:19 14.12.2016
Hält künftig in Hannover: Locomore.
Hält künftig in Hannover: Locomore. Quelle: dpa
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Hannover

Die Deutsche Bahn bekommt einen neuen Konkurrenten im Fernverkehr auf der Schiene. Das Berliner Unternehmen Locomore, das vor vier Jahren den Hamburg-Köln-Express (HKX) initiiert hat, bietet seit Mittwoch einen täglichen Fernzug zwischen Stuttgart und Berlin starten. Der Zug hält auch in Hannover. Die Strecke soll täglich gefahren werden: früh morgens von Stuttgart nach Berlin und von dort am frühen Nachmittag wieder zurück nach Stuttgart.

Ursprünglich wollte Locomore seinen ersten Fernzug zwischen Neckar und Spree schon im September auf die Schiene setzen. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, weil noch nicht alle Verträge unter Dach und Fach waren. Das Bahnunternehmen will vor allem schneller als die Konkurrenz auf der Straße sein. Während der Reise sollen die Passagiere in Businessabteilen mit Tischen, Steckdosen und WLAN in Ruhe arbeiten oder sich mit Reisenden mit ähnlichen Interessen in „Themen-Abteilen“ zusammenfinden können. Gegenüber der Deutschen Bahn will Locomore vor allem mit günstigen Preisen punkten.

Der Preis der Fahrkarte hängt vom Buchungszeitpunkt und der Strecke ab. Auf kürzeren Strecken sollen Tickets bei Locomore ab 7 Euro zu haben sein, auf mittleren Strecken ab 13 Euro, auf langen ab 22 Euro. Locomore schreibt sich auf die Fahnen, „immer unterhalb der Hälfte des Normalpreises der Deutschen Bahn“ zu bleiben.

Ziel des Unternehmens ist es, jeden Tag rund 700 Fahrgäste zu befördern. Dabei will Locomore nicht zwangsläufig der Deutschen Bahn Kunden abspenstig machen, sondern auch Passagiere gewinnen, die bisher vor allem mit dem Auto, Flugzeug oder Fernbus unterwegs sind.

Die erste Locomore-Strecke ist durchaus clever gewählt, denn an der Verbindung Stuttgart-Frankfurt-Hannover-Berlin lassen sich Uni-Städte wie Heidelberg, Darmstadt und Göttingen bequem abklappern. Unter den Studenten vermuten die Marketing-Leute preissensible und hochmobile Kunden, die obendrein noch internetaffin sind. Und denen es wenig ausmacht, etwas langsamer als mit dem ICE unterwegs zu sein, wenn sie in verkehrsschwachen Zeiten von Kassel für 13 Euro in drei Stunden nach Berlin fahren können. Das Internet über WLAN werde "mindestens gleich gut" wie bei der DB funktionieren, verspricht die Firma.

frs/dpa/Ulrike Tschirner