Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Drogen steigern das BIP
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Drogen steigern das BIP
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:29 17.10.2014
Von Alexander Dahl
Auch illegale Einkünfte werden mit einbezogen.
Auch illegale Einkünfte werden mit einbezogen. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Was Prostituierte und Bordelle umsetzen, fließt schon seit etwa zehn Jahren ins deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein, ebenso Erträge aus Schwarzarbeit. Künftig fallen die Zahlen zur Wirtschaftsleistung noch etwas besser aus als bisher: Neue EU-Regeln sehen vor, dass auch kriminelle Aktivitäten wie etwa Tabakschmuggel oder Drogenhandel bei der Berechnung des BIP berücksichtigt werden sollen, um europaweit vergleichbare Statistiken zu bekommen. Denn was legal – etwa weiche Drogen in den Niederlanden – oder illegal und damit für die Statistik untauglich ist, entscheidet jedes EU-Land selbst. Weitere Neuerung bei der Statistik: Auch Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie der Kauf von Rüstungsgütern werden bei der Berechnung einbezogen.

Finnland und Schweden sind nach Prognosen der EU-Kommission Spitzenreiter bei der Neuberechnung: Um bis zu fünf Prozent dürfte demnach das BIP statistisch zulegen. Eine um zu vier Prozent verbesserte Wirtschaftsleistung erwarten Österreich, die Niederlande und Großbritannien. Deutschland befindet sich mit Belgien, Dänemark und Frankreich im Mittelfeld und könnte ein BIP-Plus von bis zu drei Prozent ausweisen. Keine Veränderungen erwarten Litauen, Lettland Polen, Ungarn und Rumänien. Die tatsächlichen Werte gibt die EU heute bekannt.

Der Europaabgeordnete Burkhard Balz (CDU) kritisiert die neue statistische Praxis: „Sie ist problematisch, schließlich gibt es keine fundierte Erfassung krimineller Aktivitäten.“

Albrecht Scheuermann 16.10.2014
Deutschland / Welt Textilbündnis gegen Ausbeutung - Wie fair kann 
Kleidung sein?
16.10.2014