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Deutschland / Welt Rossmann plant 500 neue Filialen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Rossmann plant 500 neue Filialen
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15:02 23.11.2015
Quelle: Peter Kneffel/dpa (Symbolbild)
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Berlin

Die Drogeriemarktkette Rossmann aus Burgwedel setzt auf eine größere Expansion als bisher bekannt. Konzernchef Dirk Roßmann sieht Potenzial für Hunderte neue Filialen in Deutschland. „Wir können bestimmt noch weitere 500 Läden eröffnen“, sagte der Unternehmer in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Die Zahl der Filialen in Deutschland würde damit auf rund 2500 ansteigen.

Schon im Frühjahr dieses Jahres hatte Dirk Roßmann angekündigt, die Expansion weiter voranzutreiben. 170 Millionen Euro wollte der zweitgrößte Drogeriekonzern Deutschlands in diesem Jahr investieren. Sowohl hierzulande als auch im Ausland sollten 340 neue Filialen entstehen, allein in Deutschland sollten rund 150 Märkte hinzukommen. Bis zum Jahresende werde es auf dem heimischen Markt rund 2000 Filialen geben, sagte Rossmann jetzt. „Von einer Sättigung sind wir damit aber noch weit entfernt.“

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Dabei hat der Unternehmer vor allem Gebiete im Blick, in denen das Filialnetz noch nicht besonders engmaschig ist. Insbesondere in Süddeutschland wie etwa im Großraum Stuttgart oder im Großraum Kaiserslautern gebe es noch weiße Flecken, sagte der 69-jährige Unternehmer.

Außerdem suche das Unternehmen nach wie vor nach größeren Standorten. Märkte mit weniger als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche will der Konzern gerne durch großflächige Läden ablösen, in denen alle Artikel des Sortiments zu finden sind. In Hannover hat der Drogeriemarkt die Flächen im Drachentöterhaus in der Innenstadt übernommen, in dem bisher der Buchhändler Lehmanns saß. Die Umbauarbeiten sind im Gange, Eröffnung soll Anfang des nächsten Jahres sein.

Der Konzernchef rechnet künftig allerdings nicht mehr mit zweistelligen Wachstumsraten. Schon im Jahr 2014 war das Umsatzwachstum erstmals seit 16 Jahren nicht mehr zweistellig gewesen. 8,7 Prozent mehr konnte das Drogerieunternehmen am Ende verbuchen. Ein jeweils deutlich einstelliges Umsatzplus sei auch in den kommenden Jahren möglich, so Konzernchef Roßmann. In diesem Jahr rechnet der Unternehmer mit einem Wachstum in Höhe von 9 Prozent.

Als einen Grund für den Rückgang nennt der Unternehmer den Preiskampf mit den Discountern. Diese würden den Konzern mittlerweile mit ihren stark ausgebauten Drogeriesortimenten angreifen. Aldi und Lidl hatten verstärkt wieder Markenartikel ins Sortiment aufgenommen und die Preise gesenkt. Rossmann hatte daraufhin vor Kurzem angekündigt, Produkte aus dem Stammsortiment günstiger zu verkaufen. Bei Hunderten Filialen sollten die Regalpreise dauerhaft gesenkt werden. „Das kostet richtig Geld“, hieß es damals in Burgwedel.

Von Ralf Heußinger