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E-Busse in Berlin fahren nur halbtags – drohen bald die Kosten zu explodieren?

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11:22 14.06.2019
Viel Prominenz bei der Jungfernfahrt – und dann das: Die neuen E-Busse in Berlin haben einige Nachteile. Quelle: dpa
Berlin

Die neuen Elektrobusse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kommen der Stadt teuer zu stehen. Wie die „Berliner Morgenpost“ die BVG zitiert, liegen die Kosten für die 30 Eindecker-Busse einschließlich der Ladetechnik insgesamt bei 18 Millionen Euro. Der Einzelpreis würde somit bei 600.000 Euro liegen. Zum Vergleich: Ein neuer Bus mit Hybridantrieb kostet bei Hersteller MAN etwa 300 000 Euro.

Für 15 Gelenkbusse hat Berlin außerdem weitere 14 Millionen Euro bezahlt. Ursprünglich hatten die Verkehrsunternehmen die Hoffnung, dass sich durch größere Stückzahlen E-Busse verbilligen, schreibt die „Berliner Morgenpost“.

Wie der Dachverband der kommunalen Verkehrsunternehmen VDV mitteilte, ist diese bislang vergebens. So habe die große Nachfrage zunächst die Preise für die Fahrzeuge ansteigen lassen. Allerdings bisher ohne Konsequenzen für die Verkehrsbetriebe, wie die regionale Tageszeitung aus Berlin weiter berichtet. Durch die Nutzung verschiedener Förderprogramme des Bundes blieben sie von höheren Kosten für E-Busse bislang verschont. Doch wie lange die Programme noch fortbestehen, ist unklar.

Nur 107 Kilometer Reichweite

Auch führe die aktuelle Batterietechnik dazu, dass die E-Busse nur bis zur Mittagszeit durchhalten. Dann ist ein stundenlanges Aufladen der Batterien auf dem Betriebshof erforderlich. Dadurch müsse für den Rest des Tages auf herkömmliche Dieselbusse zugegriffen werden, wie die Berliner Morgenpost anhand von Gesprächen mit BVG-Busfahrern berichtet.

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Wie die BVG mitteilt, legen die Busse rund 140 Kilometer am Tag zurück, ein Viertel davon entfalle auf die Strecke von der Ladesäule auf dem Betriebshof zur Einsatzstelle und wieder zurück. Die tatsächliche Reichweite von 107 Kilometern läge damit deutlich unter den 600 bis 700 Kilometer am Tag, die ein Dieselbus schafft. Bei extremen Witterungsbedingungen verringere sich die Reichweite zudem weiter.

Berliner Fahrgastverband übt Kritik

Trotz der bekannten Probleme soll sich der E-Bus-Anteil der BVG im kommenden Jahr auf insgesamt rund 140 Fahrzeuge fast verdreifachen. Aus dem Berliner Fahrgastverband Igeb hagelt es deshalb Kritik. Er macht sich für den Ausbau der Straßenbahn stark, deren Energie aus Oberleitungen kommt.

Momentan scheinen die E-Busse aber Priorität zu besitzen. Insgesamt soll sich der E-Bus-Anteil der BVG im kommenden Jahr auf insgesamt rund 140 Fahrzeuge fast verdreifachen, wie die Tageszeitung aus Berlin berichtet.

Bis 2030, so die umweltpolitisch begründete Forderung des rot-rot-grünen Senats, soll die gesamte, aus 1400 Fahrzeugen bestehende, BVG-Busflotte auf Antriebe ohne Verbrennungsmotoren umgestellt werden.

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Von RND/ak

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