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Deutschland / Welt EADS räumt Regierungen Mitspracherecht ein
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt EADS räumt Regierungen Mitspracherecht ein
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11:31 17.09.2012
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will mit dem britischen Konkurrenten BAE Systems fusionieren. Quelle: dpa
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Hamburg/Berlin

Kein einziger Aktionär, ob privat oder staatlich, solle mehr als 15 Prozent der Anteile an dem neuen Konzern halten dürfen, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (Montag) unter Berufung auf Branchenkreise. Falls dies doch bevorsteht - etwa beim Versuch einer Übernahme - sollten die Regierungen von Frankreich, Deutschland und Großbritannien ein Vetorecht einlegen können. Dies wird im Fachjargon als „goldene Aktie“ bezeichnet.

Zudem müssten Vorstand und Verwaltungsrat mehrheitlich von EU-Bürgern besetzt sein, heißt es in dem Bericht unter Berufung die geplante Satzung des fusionierten Unternehmens. EADS sei außerdem zu einer weitgehenden Arbeitsplatzgarantie für die deutschen Standorte bereit. Die Pläne für eine Fusion, die vorzeitig durchsickerten, sind umstritten. Gerade wegen des für die betroffenen Länder sensiblen Rüstungsgeschäfts gilt das Vorhaben als höchst komplex. Auch die EU-Kommission als Kartellbehörde müsste erst ihre Genehmigung erteilen.

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An der Börse war die EADS-Aktie nach Bekanntwerden des Vorhabens eingebrochen, am Montagvormittag erholte sich der Kurs jedoch etwas um 1,18 Prozent auf 25,75 Euro. Die Bundesregierung hatte sich bisher zurückhaltend geäußert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfte am Vormittag auf einer Pressekonferenz zu diversen Themen auch zu dem möglichen Zusammenschluss gefragt werden.

Der neue deutsche EADS-Chef Tom Enders gilt als Triebfeder der Fusion. Der neue Konzern soll in der zivilen Luftfahrt (unter anderem Airbus) und im Rüstungsgeschäft auf Augenhöhe mit dem US-amerikanischen Rivalen Boeing agieren. Wegen schrumpfender Verteidigungsetats steht die Rüstungsbranche derzeit vor Herausforderungen, daher rechnen Experten in den kommenden Jahren mit weiteren Zusammenschlüssen.

dpa