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21:35 09.12.2013
Nur eines wollen die Fluggesellschaften wohl auch künftig nicht gestatten: Telefonieren. Quelle: dpa (Symbolfoto / Archiv)
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Brüssel

Am Montag präsentierte die Brüsseler Kommission ein Gutachten ihrer Experten von der EU-Agentur für Flugsicherheit (EASA). Ergebnis: In einem ersten Schritt dürfen elektronische Geräte auch bei Start und Landung eingeschaltet bleiben, vorausgesetzt sie senden und empfangen nicht.
„Was nicht sicher ist, sollte auch nicht erlaubt sein, aber was sicher ist, darf im Rahmen der Vorschriften benutzt werden“, erklärte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. „Heute machen wir den ersten Schritt hin zu einer sicheren Lockerung der Regeln für die Benutzung elektronischer Geräte.“

Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Schon am Donnerstag wird die US-Telekomaufsicht FCC grünes Licht für das Telefonieren und Surfen während des Fluges geben. Handys und Computer, die über ein 3G- oder 4G-Netz ihre Verbindung aufbauen, könnten dann auch am Himmel benutzt werden. Vorausgesetzt das Flugzeug verfügt über die entsprechende Bordelektronik. Denn der Nutzer klinkt sich nicht über die Stationen auf der Erde, sondern über einen im Jet integrierten Hotspot ins Datennetz ein – zu entsprechenden Preisen.

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Die EU hinkt da noch etwas hinterher, will aber nachziehen. Im Laufe des Jahres 2014 sollen technische Vorschriften erstellt werden, um auch während eines Fluges SMS und E-Mails zu schreiben oder im Internet zu recherchieren. Die US-Airlines rüsten ihre Flieger bereits um, und auch bei der Lufthansa hat man begonnen, die neue Technik zumindest in den Langstreckenflugzeugen einzubauen. Vor allem Vielfliegern und Geschäftsreisenden will man die Möglichkeit einräumen, an Bord zu arbeiten.

Nur eines wollen die Fluggesellschaften wohl auch künftig nicht gestatten: Telefonieren. Als Grund nennen die Manager „überwältigende Vorbehalte“ der Kunden. Die fürchten nämlich um die Ruhe in der Kabine, die sich in eine Massentelefonzelle verwandeln könnte. „Wer unbedingt Anrufe tätigen möchte, kann dies mit dem fest installierten Satellitengerät tun“, sagte jüngst Lufthansa-Produktionschef Reinhold Huber.

Bislang galten die Strahlen der mobilen Geräte als potenzielle Gefahr für die Bordelektronik. Immer wieder kursierten Geschichten über Beinahekatastrophen von Maschinen, bei denen ein Handy den Autopiloten abgeschaltet haben soll. Wirklich belegbar waren diese Einflüsse allerdings nie.

Ab wann zumindest bei Start und Landung die E-Reader und Computer ohne Internetanbindung eingeschaltet bleiben dürfen, ist noch offen. In Brüssel war von einigen Wochen die Rede, die die Fluglinien benötigen, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Detlef Drewes

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