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Deutschland / Welt EU verschärft Klimaauflagen für Autos
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt EU verschärft Klimaauflagen für Autos
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08:18 12.07.2012
Stau auf der Autobahn: Die EU will den Kohlendioxidausstoß der Fahrzeuge spürbar senken. Quelle: dpa
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Brüssel

Waren es im Vorjahr noch 137 Gramm CO2, die pro gefahrenem Kilometer in die Luft gepustet wurden, soll dieser Wert – nach einer Zwischenstation bei 130 Gramm im Jahr 2015 – bis 2020 auf 95 Gramm sinken.

Auch Hersteller von Kleintransportern müssen sich anstrengen: Die Fahrzeuge dürfen nur noch 147 Gramm Kohlendioxid (statt derzeit 181,4) emittieren. EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard verspricht den Verbrauchern spürbare Einsparungen. Schon im ersten Jahr würden die neuen Motoren weniger Sprit im Wert von rund 340 Euro verbrauchen. Auf ein Autoleben von 13 Jahren gerechnet sollen es sogar bis zu 3400 Euro werden. „Wir schützen das Klima und helfen den Verbrauchern, Geld zu sparen.“

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Doch die Verschärfung der Grenzwerte ist heftig umstritten. Zum einen weil der künftige Grenzwert weder neu noch originell ist. Er findet sich bereits in allen Beschlüssen, die seit Langem vorliegen, und wurde nicht angepasst. Zum anderen weil die Kommissarin durch einen rechnerischen Trick die Lasten zwischen den Herstellern auf eine Weise verschiebt, die – so der liberale Europa-Abgeordnete Holger Krahmer – „in Berlin alle Alarmglocken schrillen lassen sollte“. Der Grenzwert allein sagt relativ wenig, er dient lediglich als Grundlage bei der Berechnung der Vorgaben für jeden einzelnen Hersteller. So dürfen große und schwerere Fahrzeuge eines Konzerns die Marke deutlich überschreiten, wenn die kleineren Autos des gleichen Autobauers entsprechend weniger CO2 abgeben.

Betroffen davon wären vor allem die deutschen Hersteller schwerer Fahrzeuge wie Daimler, BMW und Audi, während sich die italienischen und französischen Kleinwagenproduzenten die Hände reiben.

Dabei ist schon die Methode umstritten, Grenzwerte nach dem Fahrzeuggewicht festzulegen. Der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz hält das für falsch, „weil dadurch nicht genügend Anreize für Leichtbau entstehen“. Ein weiter Schlag gegen die Autobauer ist die Herausnahme der Elektroautos bei der Errechnung des Flottenverbrauchs. Bisher konnte ein Hersteller die Null-Emissionen-Fahrzeuge einbringen und wurde dadurch für laxere Grenzwerte bei Benzinern und Diesel belohnt. Dieses Sonderrecht will Brüssel nun streichen. Ob das Papier das parlamentarische Verfahren überlebt, ist unsicher. Ministerrat und Parlament müssen zustimmen.

Detlef Drewes

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