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Deutschland / Welt EZB-Chef mahnt zur strenger Einhaltung der Euro-Regeln
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt EZB-Chef mahnt zur strenger Einhaltung der Euro-Regeln
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16:31 10.05.2010
Jean-Claude Trichet. Quelle: dpa
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EZB-Chef Trichet sagte am Montag im Anschluß an eine Sitzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der „Notenbank der Notenbanken“, in Basel: „Es ist außerordentlich wichtig, dass die Regierungen die Regeln der Finanzpolitik energisch und streng einhalten.“ Das Treffen gehört zu den routinemäßigen Sitzungen der BIZ und war lange vor der Krisensitzung der EU in Brüssel am Sonntag einberufen worden.

Trichet bestätigte, dass die EZB erstmals begonnen habe, Schuldtitel aus Euro-Staaten aufzukaufen. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Zuvor hatte hatte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, die EU für den 750- Milliarden-Euro-Rettungsschirm gelobt. „Was gestern von den Europäern getan wurde, ist wirklich ein großer Schritt vorwärts“, sagte Strauss-Kahn in Basel. „Wir denken immer, wenn wir etwas tun, dass es ausreichend ist. Ich denke, das ist es.“ Der IWF werde „glücklich sein, seinen Beitrag leisten zu können“, sagte der IWF-Chef.

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In einer beispiellosen Stützungsaktion für den kränkelnden Euro hatte die Europäische Union in der Nacht zum Montag grünes Licht für insgesamt bis zu 750 Milliarden Euro Kredite gegeben, die im Notfall - geknüpft an strenge Bedingungen zur Haushaltssanierung - fließen könnten. Gut ein Drittel soll vom IWF kommen.
Trichet betonte, dass die EZB nach wie vor völlig unabhängig sei. „Wir haben niemanden gefragt, ob wir etwas tun sollen oder nicht. Wir haben unter Berücksichtigung der Umstände entschieden, völlig unabhängig von jeder Form von Ratschlägen, was getan werden sollte oder so ähnlich“, sagte Trichet. Dies habe er den verschiedenen Regierungen in Europa überaus deutlich gemacht. Die EZB hatte die historische Entscheidung getroffen, dass sie nun auch Anleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten oder privater Schuldner aus diesen Ländern ankaufen wird.

dpa

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