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Deutschland / Welt „Sir Billig“ legt sich mit Aldi an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt „Sir Billig“ legt sich mit Aldi an
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00:15 08.08.2013
Von Lars Ruzic
„Es gibt eine Nische unterhalb von Aldi oder Lidl“, glaubt Stelios Haji-Ioannou. Quelle: rtr

Stelios Haji-Ioannou ist ein Hans- dampf in allen Gassen. Der Sohn eines griechischen Reeders brachte es in London als Gründer der Billigflugkette Easyjet zu Ruhm, Ehre und Ritterschlag (2006, zum 80. Geburtstag der Queen). Seitdem glaubt er, dass so ziemlich alles im Leben auch „easy“ – wir Deutschen würden sagen: billig – zu haben sein könne.

Seine gleichnamige Firmengruppe hat sich deshalb diverse Markennamen gesichert, und einige davon inzwischen auch mit Leben gefüllt, etwa Easycar (Autovermietung), Easyhotel, oder Easypizza (Bringdienst). So manch anderes Projekt war weniger von Erfolg gekrönt – etwa die Billigkreuzfahrten unter Easycruises – oder blieb bis heute eine Hülle.

In Großbritannien sorgt nun für Schlagzeilen, dass sich der 46-Jährige auch die Marke Easyfoodstore gesichert hat. Will „Sir Billig“ nun auch noch in den Einzelhandel einsteigen? Tatsächlich, er will. „Es gibt eine Lücke im Lebensmitteleinzelhandel – eine Nische unterhalb von Discountern wie Aldi oder Lidl“, ließ sich Haji-Ioannou in einer Stellungnahme zitieren.

In dieses Segment wird der griechisch-britische Unternehmer zunächst mit einem Testmarkt im Süden Londons einsteigen. Da ihm die Immobilie bereits gehöre, sei das Ganze ein „risikoarmes Investment“. Vom kommenden Jahr an könne dann die Expansion voranschreiten. Dabei will der Unternehmer, der 2010 im Streit aus der operativen Führung bei Easyjet ausstieg, vor allem leerstehende Ladengeschäfte mieten, um so die Kosten niedrig zu halten. So könne man bezahlbare Nahrungsmittel bieten und gleichzeitig eine brauchbare Eigenkapitalrendite erzielen, meint Haji-Ioannou.

Nun ist man als Milliardär mit Wahlheimat Monaco sicherlich wenig vertraut mit dem täglichen Einkauf und dem knallharten Wettbewerb im Einzelhandel. Aber auch Haji-Ioannou dürfte wissen, dass die deutschen Discounter für die Branche weltweit als Leuchttürme gelten, wenn es um Effizienz und Kampfpreise geht. Aldi und Lidl haben das Billigprinzip schon vor Jahren in die Welt getragen, weil sie durch die Auslandsexpansion ihre Einkaufsmengen steigern und dadurch die Stückpreise senken konnten.

Solche Beschaffungskonditionen kann ein bei Null beginnender Konkurrent auf Jahre hinaus nicht erreichen – selbst wenn er sich mit Billiggründungen auskennt. Hinzu kommt, dass die deutsche Konkurrenz vor allem bei wichtigen Produkten des Alltagsbedarfs – den so genannten Eckartikeln – keinen Wettbewerber akzeptiert, der noch niedrigere Preise bietet. Sobald es der Easyfoodstore überhaupt zu einer spürbaren Größe gebracht hätte, dürften ihm Aldi und Lidl die Zähne zeigen. Der Einzelhandel ist eben nicht wie die Flugbranche vor dem Start von Ryanair, Easyjet und Co. Der Easyfoodstore könnte leicht eine weitere Markenhülle bleiben.

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