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Deutschland / Welt Enkel von Toyota-Gründer wird neuer Konzernchef
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Enkel von Toyota-Gründer wird neuer Konzernchef
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13:35 20.01.2009
Neuer Chef bei Toyota: Akio Toyoda Quelle: Toshifumi Kitamura/afp
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Das teilte Toyota am Dienstag mit. Der 52-jährige Manager löst Katsuaki Watanabe ab, der zuletzt im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise den ersten Verlust in der Konzerngeschichte hatte einräumen müssen.

Toyoda werde sein neues Amt im Juni antreten, teilte der Konzern mit. Als Vizechef des Konzerns war der Manager zunächst für den Verkauf auf dem Heimatmarkt zuständig, zuletzt hatte er auch die Zuständigkeit für das Ausland übernommen. Der bisherige Konzernchef Watanabe wechselt nun auf den Posten des Vizechefs im Verwaltungsrat eine in erster Linie repräsentative Funktion.

Akio Toyoda ist das erste Mitglied der Gründerfamilie an der Spitze des Autokonzerns seit 14 Jahren. Damals hatte sein Vater Shoichiro Toyoda sein Amt niedergelegt, der von 1982 bis 1992 an der Spitze des Traditionsunternehmens stand. Die Gründerfamilie hat nach wie vor großen Einfluss auf den Kurs des Unternehmens, obwohl sie nur zu rund vier Prozent an dem Konzern beteiligt ist.

Akio Toyoda ist ein Enkel von Firmengründer Kiichiro Toyoda, der Toyota Motor 1937 gründete. Dieser hatte damals den Textilbetrieb der Familie in ein Automobil-Unternehmen umgewandelt. Akio selbst ist seit 1984 bei Toyota und seit 2005 Vizechef des Konzerns.

Durch die Ernennung Akio Toyodas zum Konzernchef hoffe die Gründerfamilie das Unternehmen angesichts der Krise der Autobranche wieder auf einen einheitlichen Kurs zu bringen, sagte Finanz-Analyst Mamuro Kato vom japanischen Marktanalyse-Unternehmen Tokai Tokyo Research. Der Schritt werde zu einer Verjüngung des gesamten Unternehmens führen. Toyota könne so wieder auf seinen früheren Wachstumskurs zurückfinden.

Im Zuge der Krise in der Autobranche hatte der Konzern zuletzt Investitionen auf Eis gelegt und seine Produktion gedrosselt. Einem Bericht der japanischen Tageszeitung Yomiuri vom Dienstag zufolge will sich Toyota von 3000 Zeitarbeitern trennen, wodurch sich deren Zahl halbieren würde.

Für das vergangene Jahr meldete Toyota am Dienstag einen deutlichen Rückgang der verkauften Fahrzeuge. Das Unternehmen setzte 2008 demnach insgesamt 8,97 Millionen Autos ab, rund vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dabei handelt es sich um den ersten Rückgang innerhalb eines Jahrzehnts.

afp