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Deutschland / Welt Ermittler prüfen auch Pfusch am Bau von ICE-Trasse
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ermittler prüfen auch Pfusch am Bau von ICE-Trasse
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13:48 21.02.2010
Der in Köln federführende Baukonzern Bilfinger Berger hat angekündigt, nun auch seine Baustelle an der ICE- Trasse München-Nürnberg zu überprüfen. Quelle: dpa
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Auch beim Bau der ICE-Strecke München-Nürnberg könnte es Mängel gegeben haben. Der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Günther Feld, sagte, die Ermittler hätten entsprechende Hinweise erhalten, die nun überprüft würden. Auch die Deutsche Bahn veranlasste sofort eine erste interne Prüfung, wie sie am Wochenende mitteilte.

Feld sagte, es gebe Hinweise, dass möglicherweise beim Einbau sogenannter Metallanker gepfuscht worden sei. Zur Sicherung von Beweismitteln sei dann am Freitag umgehend die Durchsuchung eines an dem Bau beteiligten Unternehmens veranlasst worden. Dabei seien Unterlagen sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden.

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Der Baukonzern Bilfinger Berger, der sowohl am Kölner U-Bahn-Bau als auch am Bau der ICE-Trasse München-Nürnberg beteiligt ist, teilte mit, die Staatsanwaltschaft habe das Unternehmen am Freitag über den Verdacht auf fehlerhafte Ankerprotokolle informiert. Die internen Untersuchungen im Zusammenhang mit der Nord-Süd Stadtbahn Köln würden deutlich ausgeweitet. „Wir wollen sicherstellen, dass alle Projekte, in denen ähnliche Technologien verwendet wurden, korrekt ausgeführt worden sind“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Herbert Bodner. In diesem Zusammenhang werde auch das Projekt ICE-Trasse Nürnberg-München überprüft.

Nach Angaben der Bahn gab es zunächst keine Erkenntnisse über Unregelmäßigkeiten an Bauwerken, die von Bilfinger Berger errichtet wurden. „Es liegt im ureigensten Interesse unseres Unternehmens, hier schnellstmöglich Klarheit zu bekommen. Deshalb werden wir jeden Beitrag für eine schnelle und transparente Aufklärung leisten“, erklärte ein Bahnsprecher. Ausdrücklich widersprach das Unternehmen Berichten, nach denen auf der Strecke Nürnberg-München aufgrund der Äußerungen der Kölner Staatsanwaltschaft eine Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet worden sei.

Grundwasser drang in Baugrube ein

Im Fall der Kölner U-Bahn-Bau wurde unterdessen Kritik an der Bauaufsicht laut. Das Magazin „Focus“ berichtete unter Berufung auf Ermittler, entgegen allen Regeln habe der Bauherr, die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), zum Teil selbst die Bauüberwachung ausgeübt. Nach Aussagen von Bauarbeitern sei „faktisch keinerlei Bauaufsicht vor Ort“ gewesen.

Focus“ schrieb, nach Angaben aus Ermittlerkreisen habe die Stadt, die KVB und die Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen vor dem Einsturz des Stadtarchivs vor einem Jahr immer wieder Alarmsignale übersehen. Mehrfach habe den Bauarbeitern am Waidmarkt der Einbruch von Grundwasser zu schaffen gemacht. Seit Herbst 2008 seien laut Werkprotokollen Wasserprobleme in der Baugrube aufgetreten; weder Bauleiter noch Bauaufsicht hätten aber den zuständigen Prüfstatiker informiert. Dann „wäre ein sofortiger Baustopp veranlasst gewesen“, habe dieser später erklärt. Stattdessen hätten die U-Bahn-Spezialisten illegal Dutzende Brunnen eingesetzt, um das Wasser abzupumpen, berichtete „Focus“ weiter.

An einem der U-Bahn-Schächte war am 3. März 2009 das Kölner Stadtarchiv eingestürzt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben.

ap