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Deutschland / Welt Ernährungsbranche ist optimistisch
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Ernährungsbranche ist optimistisch
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18:14 15.01.2014
Die deutschen Bauern gehen angesichts kräftiger weltweiter Nachfrage optimistisch ins Jahr. Quelle: dpa
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Berlin

Die deutschen Bauern gehen angesichts kräftiger weltweiter Nachfrage optimistisch ins Jahr - für die Verbraucher könnten Nahrungsmittel aber erneut teurer werden. „Die Stimmung in der Landwirtschaft ist verhalten positiv“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Mittwoch vor der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Die gute Lage an den Agrarmärkten spiegelt sich in der Beteiligung bei der weltgrößten Branchenmesse, die an diesem Freitag beginnt. In der Hauptstadt präsentieren sich 1650 Aussteller, so viele wie seit 15 Jahren nicht. Messe-Themen sind auch mehr Umwelt- und Tierschutz.    

Die deutsche Ernährungsindustrie erwartet eine weitere Belebung des Geschäfts, allerdings vor allem getragen von Exporten. Wachstum könnten Lebensmittelhersteller nur noch im Ausland erzielen, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Für dieses Jahr peilt die Branche ein Umsatzplus von vier Prozent an. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um drei Prozent auf 174,5 Milliarden Euro gestiegen. Um Inflationseffekte bereinigt, waren es plus 0,4 Prozent.    

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Supermarktkunden müssen sich aus Branchensicht weiterhin auf steigende Preise einstellen. „Wir gehen eher nicht von sinkenden Preisen aus“, sagte Minhoff. Eine konkrete Prognose gab er nicht. Laut Bauernverband stiegen die Lebensmittelpreise 2013 um rund vier Prozent und damit stärker als die allgemeinen Verbraucherpreise.    

Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich ermunterte die Bauern zu Investitionen in höhere Tierhaltungsstandards. „Die Nachfrage beim Verbraucher ist da“, sagte der CSU-Politiker ein Jahr nach Einführung eines neuen Siegels des Tierschutzbunds für Hühner- und Schweinefleisch. „Unsere Tierhalter sollten sich dieses Marktsegment schnell erschließen, die Konkurrenz aus dem Ausland schläft nicht.“ Für das blaue Siegel mit einem oder zwei Sternen werden etwa Haltungsbedingungen wie der Platz für ein Masthuhn oder Mastschwein, Transportzeiten sowie Betäubungsmethoden bewertet.    

Aus Sicht der Verbraucherzentralen und des Umweltbundesamts muss die deutsche Landwirtschaft klima- und naturfreundlicher werden. Der amtierende Präsident des Umweltbundesamts, Thomas Holzmann, wies insbesondere auf einen nach wie vor hohen Stickstoffeintrag in Luft und Gewässer hin. Nötig seien strengere Dünge-Vorschriften. Sinnvoll sei zudem eine stärkere Umstellung auf ökologischen Landbau und regionale Produktion. Dafür werde auch weniger Energie eingesetzt.    

Auf der Grünen Woche in Berlin präsentieren sich bis 26. Januar 1650 Aussteller aus 70 Ländern. Partnerland ist diesmal Estland. Erwartet werden mehr als 400 000 Besucher, darunter 100 000 Fachbesucher, wie Messe-Geschäftsführer Christian Göke sagte.    

Friedrich sprach sich gegen den übermäßigen Bau neuer Energie- Anlagen auf Agrarflächen aus. „Die Landschaftspflege darf nicht zu kurz kommen. Solar-Felder bis zum Horizont will niemand haben“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Carl-Albrecht Bartmer, warnte vor Einschränkungen des globalen Agrarhandels. Dieser sei  „nicht die Ursache von Hunger und mangelnder Verteilungsgerechtigkeit, sondern ein Teil der Lösung“, sagte er in München.

dpa

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