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Deutschland / Welt Euro-Länder lassen Geithner abblitzen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Euro-Länder lassen Geithner abblitzen
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20:27 16.09.2011
Quelle: dpa
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Breslau

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble habe Geithner klargemacht, dass die Steuerzahler nicht noch mehr belastet werden könnten, erklärte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter nach der Sitzung. Von einem Konjunkturpaket, wie es die US-Regierung schnürte, wollen die Euro-Länder nichts wissen, wie Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker verdeutlichte. Ihr Krisenmanagement kam unterdessen nicht voran. Weder bei den kritischen Punkten zur Griechenland-Rettung noch bei der beschlossenen Reform des Rettungsfonds EFSF wurden Fortschritte erzielt.

Mit Geithner hatte erstmals ein US-Finanzminister persönlich an dem Treffen seiner Kollegen aus der Euro-Zone teilgenommen, was die große Sorge der USA über eine globale Ausbreitung der Schuldenkrise unterstreicht. Hinter den Kulissen hieß es, er habe der Euro-Gruppe geraten, die Milliarden des EFSF als Hebel einzusetzen. Ähnlich wie bei einem US-Programm zum Aufkauf fauler Wertpapiere müsste danach die Europäische Zentralbank (EZB) wertgeminderte Staatsanleihen kaufen. Der EFSF würde nur die drohenden Verluste abdecken.

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Doch die EZB hat bereits Anleihen strauchelnder Euro-Staaten von mehr als 140 Milliarden Euro vom Markt genommen und will die Anleihekäufe an den EFSF abtreten. Manche Analysten bezweifeln aber, dass das verfügbare Kreditvolumen des EFSF von knapp 400 Milliarden Euro ausreichen würde, um sich gegen einen Ausverkauf italienischer oder spanischer Staatsanleihen zu stemmen.

Geithner sagte nach der Sitzung, schädlich sei nicht die allgemeine Debatte über die Strategie in der Schuldenkrise, sondern der anhaltende Konflikt zwischen den Regierungen und der EZB. Beide müssten zusammen die Krise lösen. „Regierungen und Zentralbanken müssen die katastrophalen Risiken aus den Märkten nehmen und das Gerede über eine Auflösung des Euro vermeiden.“ Beim Treffen der Euro-Gruppe habe Geithner „sehr dramatisch dargestellt, dass wir Geld in die Hand nehmen sollen, um das System nicht in Schwierigkeiten zu bringen“, sagte Fekter. Schäuble habe ihm widersprochen.

In Euro-Kreisen hieß es aber, dies habe sich auf ein Konjunkturpaket und nicht auf die Nutzung des EFSF-Gelds bezogen. Fekter zeigte sich verärgert darüber, dass der US-Minister den Europäern trotz der noch schlechteren Lage der amerikanischen Wirtschaft erklären wolle, was sie zu tun hätten.

Ilona Wissenbach