Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Europas Automarkt meldet sich zurück
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Europas Automarkt meldet sich zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:27 01.01.2014
Von Stefan Winter
Stabile Beschäftigung: Aus deutschen Autofabriken, hier BMW in Leipzig, werden dieses Jahr knapp 14,7 Millionen Autos rollen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Der europäische Automarkt hat offenbar das Schlimmste hinter sich. Nach mehreren Abstiegsjahren sagen die Marktforscher für 2014 wieder Wachstum voraus. Doch die Autowelt hat sich in den Jahren der Euro-Schuldenkrise weitergedreht: Westeuropa ist seit 2009 vom ersten auf den dritten Platz der wichtigsten Automärkte abgerutscht. Erstmals lag 2013 China vorn, dicht gefolgt von den USA. Beide zusammen werden in diesem Jahr für fast die Hälfte der weltweiten Nachfrage sorgen. Marktforscher Ferdinand Dudenhöffer warnt bereits vor einem „Klumpenrisiko“: „Das Autogeschäft ist mehr denn je von zwei Megamärkten abhängig.“

  • Westeuropa: Die EU-Märkte haben in der Krise knapp ein Viertel des Autogeschäfts verloren, von einst über 14 Millionen verkauften Autos sind im vergangenen Jahr noch 11,3 Millionen geblieben. 2014 werde der Verkauf um rund 4 Prozent anziehen, sagt Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Damit gehört er bereits zu den Optimisten, andere Marktforscher schätzen das Wachstum nur halb so stark. „Der europäische Automarkt ist immer noch weit von einer echten Erholung entfernt“, sagt Peter Fuß, Autoexperte der Unternehmensberatung Ernst&Young (EY). Auch Bratzel kommt letztlich zu einem düsteren Befund: „Rechnerisch sind rund zwölf mittelgroße Automobilfabriken überflüssig geworden.“ In den deutschen Werken rechnet der Branchenverband VDA dennoch mit stabiler Beschäftigung. Nach einem schwachen Jahr 2013 wird sich auch der deutsche Markt etwas erholen. Bratzel erwartet 2 Prozent Wachstum. Dudenhöffer verweist darauf, dass die Autos auf deutschen Straßen im Durchschnitt fast neun Jahre alt sind und rechnet wegen des Erneuerungsbedarfs mit 6 Prozent Zuwachs.
  • USA: Werksschließungen im großen Stil hat Nordamerika bereits hinter sich. Die USA erlebten den Tiefpunkt 2009 mit gut 10 Millionen verkauften Autos und haben sich mittlerweile wieder auf das „Normalniveau“ von fast 16 Millionen hochgearbeitet. Für 2014 sagt Bratzel 5 und Dudenhöffer knapp 3 Prozent Wachstum voraus.
  • China: Das Boomland der vergangenen Jahre zieht ein weiteres Stück davon, wenn auch mit geringerem Tempo. Dudenhöffer erwartet dort ein Plus von 11 Prozent auf 17,6 Millionen verkaufte Autos. Damit würde sich der jahrelange Boom deutlich abschwächen, und Bratzel ist noch deutlich vorsichtiger: Er rechnet mit 6 Prozent Zuwachs und verweist auf zunehmende politische Unsicherheit. In den Metropolen werden die Neuzulassungen wegen der Stau- und Luftprobleme bereits strikt reglementiert. Allerdings wurde eine Abkühlung des chinesischen Marktes schon 2013 erwartet und fiel aus: Die Nachfrage wuchs erneut um 20 Prozent. Gebe es keine bösen konjunkturellen Überraschungen, „bleibt die globale Autoindustrie auch 2014 auf Wachstumskurs“, sagt Bratzel. Weltweit erwartet er wie schon 2013 einen Absatzzuwachs von 5 Prozent. Damit dürften rund 74 Millionen Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge neu auf die Straßen kommen – rechnerisch 140 Stück pro Minute. Nach Überzeugung der meisten Experten wird dieser Trend nicht so schnell gebrochen: 2018 könnten es bereits mehr als 100 Millionen Stück sein.
Deutschland / Welt Stellenabbau beim US-Computerbauer - Hewlett-Packard streicht 34.000 Jobs
01.01.2014
31.12.2013
Stefan Winter 31.12.2013